Verkaufsstart für Vista
IT-Branche rechnet mit Schub durch Windows

Nach jahrelangen Verzögerungen ist es jetzt so weit: Seit Donnerstag liefert Microsoft mit Vista die neueste Version seines weltweit verbreiteten Betriebssystems Windows aus. Die IT-Branche rechnet deshalb mit einem Aufschwung.

HB MÜNCHEN. „Der Investitionsstau der letzten Monate löst sich jetzt auf. Die Firmen sehen, dass sie mit Vista ihre Produktivität bei geringeren Kosten erhöhen können“, warb gestern Bernd Kosch vom PC-Hersteller Fujitsu Siemens Computers bei einer Vista-Präsentation in München.

Zuletzt hätten sich viele Unternehmen zurück gehalten und keine Computer gekauft, weil sie auf Vista gewartet hätten, so Kosch. Ebenso positiv sieht auch T-Systems, Deutschlands führender IT-Dienstleister, die Einführung von Vista. „Wir erwarten ein Geschäft, das deutlich über das hinausgeht, was wir normalerweise haben, wenn wir Software aufrüsten“, sagte T-Systems-Manager Gerd Wörn. Neben Vista bringt Microsoft gleichzeitig eine neue Version der weit verbreiteten Büro-Software Office sowie des E-Mail-Programms Exchange Server heraus. Wer die Software optimal nutzen will, so das Kalkül der Anbieter, der braucht leistungsfähigere Rechner und die Beratung von Unternehmen wie T-Systems.

Fünf Jahre sind vergangenen, seit Microsoft mit XP die letzte Version des Windows-Betriebssystems herausgebracht hat. Ursprünglich hatte der größte Softwarekonzern der Welt geplant, bereits 2004 ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. In der Entwicklung gab es aber immer wieder Verzögerungen. Momentan wird Vista nur an Unternehmenskunden ausgeliefert. Privatnutzer bekommen die Software erst Ende Januar.

Analysten sehen die Markteinführung nicht ganz so positiv. „Vista ist ein gutes Produkt, aber es wird dauern, bis es sich durchsetzt“, sagt Axel Opperman vom IT-Beratungshaus Experton Group. Viele Manager in den Unternehmen würden zunächst abwarten, wie sich Vista in anderen Firmen bewährt: „Die IT-Verantwortlichen sind gebrannte Kinder, weil sie in der Vergangenheit viele Probleme mit Windows hatten.“

Microsoft steht und fällt mit dem Erfolg von Windows und Office. Mit den beiden Programmen erwirtschaftet der US-Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes. „Das Interesse der Kunden ist hoch“, sagte gestern Isabell Schäfer, die das Windows-Geschäft in Deutschland betreut. Die Kunden sollen vor allem mit neuen Sicherheitsfunktionen und Suchmöglichkeiten gelockt werden. Zudem haben die Microsoft-Designer die Benutzeroberfläche von Windows neu gestaltet.

Auch Office kommt in neuen Kleidern daher. Für die Benutzer soll es jetzt wesentlich leichter sein, sich in Programmen wie Word oder Excel zurecht zu finden. Microsoft verspricht, dass es nun bis zu 60 Prozent weniger Mausklicks braucht, um ein Dokument zu erstellen als in der letzten Version von Word.

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