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15.05.2008 

In diese Strategie füge sich die Übernahme der Unternehmensführung bei der griechischen Telefongesellschaft OTE ein, die am Mittwoch mit der griechischen Regierung vereinbart wurde. OTE sei nicht nur Marktführer in Griechenland, sondern habe weitere Tochtergesellschaften in Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und halte eine 20-Prozent-Beteiligung am Festnetz- und Mobilfunkmarktführer in Serbien, sagte Obermann. Damit kämen 15 Mill. Mobilfunkkunden und neun Mill. Festnetzkunden neu in die Telekomgruppe; das Potenzial liege bei rund 56 Mill. Menschen in der Region.

Mit OTE habe die Telekom ihre "disziplinierte Internationalisierungsstrategie" fortgesetzt, erklärte Obermann. Niemand in der Branche könne in den vergangenen zwölf Monaten auf eine vergleichbare Bilanz verweisen: Orange in den Niederlanden, Suncom in den USA, Immobilienscout 24 und jetzt OTE ergäben insgesamt ein Transaktionsvolumen von mehr als elf Mrd. Euro.

Obermann hat sein Schicksal als Vorstandsvorsitzender auch mit der weiteren Entwicklung der T-Aktie verknüpft und will jetzt durch die verstärkte Auslandsoffensive dem Papier neues Leben einhauchen. Mit der Neuausrichtung des Unternehmens seien die Grundlagen für eine verbesserte Kursentwicklung gelegt, sagt er. Die Aktionäre schmerzt, dass die T-Aktie einfach nicht abhebt und seit Jahren unter ihrem Ausgabekurs (14,32 Euro) beim Börsengang von 1996 dahin dümpelt.

Zu Gerüchten über angebliche Pläne, die Telekom prüfe in den USA die Übernahme des drittgrößten Anbieters Sprint Nextel, äußerte sich Obermann auch auf der Hauptversammlung nicht. Mit einer Übernahme könnte die Tochterfirma T USA-Mobile auf einen Schlag zum Marktführer aufsteigen. Doch Skeptiker warnen vor allem wegen der unterschiedlichen Technik der Netze vor einem solchen Schritt. Auch an der Börse kamen diese Spekulationen nicht gut an.

Das Aktionärstreffen war auch die Premiere für den neuen Aufsichtsratchef Ulrich Lehner. Bislang ist er nur gerichtlich bestellt und muss heute von der Hauptversammlung bestätigt werden. Der ehemalige Henkel-Chef sitzt zwar bereits in zahlreichen Aufsichtsräten, ist mit der Leitung einer solchen Versammlung aber offenbar noch nicht ganz vertraut. So verwendete er seine gesamte Konzentration die ersten 20 Minuten lang auf Formalien und erklärte unter anderem, mit welchem Stift die anwesenden Aktionäre wo auf den Abstimmungskärtchen ihre Kreuze machen sollen. Als er danach das Wort an Obermann übergeben wollte, musste er von einem Notar unterbrochen werden - er hatte das wichtigste vergessen - den Bericht des Aufsichtsrates zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

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