Verlag Springer Science
Finanzinvestoren stemmen Milliardendeal

Der für Juli geplante Börsengang des Wissenschaftsverlags Springer Science ist geplatzt: Das Unternehmen wird an den Finanzinvestor BC Partners verkauft. Beim Preis von 3,3 Milliarden Euro muss es aber nicht bleiben.
  • 2

FrankfurtDie größte Übernahme in Deutschland durch einen Finanzinvestor seit der Finanzkrise ist perfekt. Die Beteiligungsgesellschaft BC Partners schluckt den Wissenschaftsverlag Springer Science für bis zu 3,3 Milliarden Euro und durchkreuzt damit dessen Börsenpläne, wie die bisherigen Eigentümer EQT und GIC am Mittwoch mitteilten. Mehr hatten Finanzinvestoren zuletzt im Jahr 2006 gezahlt: KKR und Goldman Sachs ließen sich den Gabelstapler-Konzern Kion damals vier Milliarden Euro kosten. Doch in den Jahren danach hatten Finanzinvestoren Schwierigkeiten, an die für milliardenschwere Übernahmen notwendigen Kredite zu kommen.

Mit der Einigung geht ein wochenlanger Poker um Springer Science zu Ende. Am vergangenen Freitag hatten sich die schwedische EQT aus dem Umfeld der Milliardärsfamilie Wallenberg und der singapurische Staatsfonds GIC eigentlich schon für einen Börsengang Anfang Juli entschieden, weil man sich mit BC Partners nicht auf den Preis hatte einigen können. Doch dann kam der Interessent an den Verhandlungstisch zurück: „BC Partners hat ein verbessertes und sehr attraktives Angebot für unser Unternehmen gemacht“, erklärte Springer-Science-Chef Derk Haank nun.

EQT und GIC hatten sich zunächst einen Preis von 3,5 Milliarden Euro vorgestellt – inklusive rund 1,7 Milliarden Schulden. Am Ende stand ein Kompromiss: BC Partners zahlt zunächst 3,1 Milliarden Euro, wie zwei Verhandlungsteilnehmer Reuters sagten. Wenn Springer Science sich gut weiter entwickelt, bekommen die schwedische EQT und der Staatsfonds GIC noch rund 200 Millionen Euro Nachschlag.

Zudem bleiben EQT und GIC mit rund zehn Prozent an Springer Science beteiligt. „Die Transaktion gibt EQT die Möglichkeit, weiter von der Entwicklung von Springer Science zu profitieren“, sagte EQT-Deutschland-Chef Marcus Brennecke.

Seite 1:

Finanzinvestoren stemmen Milliardendeal

Seite 2:

Wissenschaftsverlag mit Wachstumschancen

Kommentare zu " Verlag Springer Science: Finanzinvestoren stemmen Milliardendeal"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.


  • Hoffentlich bleibt das Angebot Springer für Professionals erhalten und man passt das Preismodell an, sodass man zukünftig nicht mehr die 500 Euro für das Paket Technik bspw. nicht einmalig im Voraus, sondern als Monatsabo beziehen kann. Gerade für die Zielgruppe Studenten stellt das Preismodell eine nahezu unüberwindliche Hürde dar.

  • Na, hat denn Springer auch 3,3 Mrd. in der Kasse, damit BC den Kaufpreis auch zahlen kann? Oder nimmt Springer SC Kredit in dieser Höhe auf?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%