Verlage fürchten Gratisblätter
WAZ-Gruppe rüstet sich für Zeitungskrieg

Die deutschen Zeitungsverlage rüsten sich für einen Angriff ausländischer Gratiszeitungskonzerne wie Metro und Schibsted. Die Essener WAZ-Gruppe („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“) wappnet sich für die Auseinandersetzung mit konkreten Pläne für eine eigene Gratiszeitung.

DÜSSELDORF. „Auf keinen Fall würden wir tatenlos bleiben, wenn – wie in der Schweiz – eine Gratiszeitung auf den Markt kommt“, teilte der Zeitungskonzern gestern mit. Auch Regionalverlage, darunter DuMont Schauberg („Kölner Stadtanzeiger“) und die Düsseldorfer „Rheinische Post“ sehen sich vor: „Eine ganze Reihe von Zeitungsverlagen haben bereits Abwehrpläne ausgearbeitet“, bestätigte ein beteiligter Zeitungsmanager gestern.

„Der drohende Verschenk-Zeitungskrieg wird viele viel Geld kosten. Der Geschenkt-Journalismus wird Köpfe und Papierkörbe verstopfen“, sagte WAZ-Chef Bodo Hombach gestern dem Handelsblatt. Die Werbewirkung sei entsprechend schwach. Die einzigen Profiteure seien die Papierproduzenten. „Deshalb werden wir jeden massiv bekämpfen, der glaubt, damit schnelles Geld in unseren Revieren abgreifen zu können“, drohte Hombach.

Die Tageszeitungen in Deutschland leiden seit Jahren unter einer schwierigen Anzeigenkonjunktur und schwacher Auflagenentwicklung. Sie fürchten durch die Gratiszeitungen einen gefährlichen Kannibalisierungseffekt.

Im Gegensatz zu Deutschland gehören kostenlose Zeitungen in vielen europäischen Ländern längst zum Alltag. In Schweden ist das Gratisblatt Metro zur meistgelesenen Zeitung des Landes aufgestiegen. Das schwedische Medienunternehmen Metro betreibt eine aggressive Expansionspolitik. Metro-Chef Pelle Törnberg hatte im vergangenen Jahr 17 neue Gratiszeitungen gegründet. Zuletzt steigerte Metro seinen Umsatz um fast ein Fünftel auf rund 302 Mill. Euro. Törnberg hatte in der Vergangenheit bereits mehrmals sein Interesse an Deutschland, dem größten Zeitungsmarkt in Europa, bekundet. Gespräche über Allianzen mit deutschen Zeitungskonzernen verliefen aber ergebnislos.

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