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G+J-Chef Buchholz darf in Bertelsmann-Vorstand

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Weg für eine Berufung des Gruner+Jahr-Vorstandschefs Bernd Buchholz in den Vorstand des Mehrheitseigners Bertelsmann freigemacht. Am Montag wies das Karlsruher Gericht eine Klage des Constanze Verlags der Verlegerfamilie Jahr ab.

HB KARLSRUHE. Die Jahr-Familie - Minderheitsaktionärin bei G+J - war bereits vor Jahren vor Gericht gezogen, weil sie das Doppelmandat wegen drohender Interessenkonflikte grundsätzlich für unzulässig hält.

Ein Bertelsmann-Sprecher kündigte am Montag an, dass die Gremien von Bertelsmann und G+J nun "zeitnah" über die Berufung von Buchholz in den Bertelsmann-Vorstand entscheiden würden.

Buchholz hatte Anfang Januar die Nachfolge von Bernd Kundrun an der G+J-Spitze angetreten. Bisher war er nur als Gast im Bertelsmann - Vorstand vertreten. Der Bertelsmann-Sprecher machte deutlich, dass es in dem bereits mehrere Jahre dauernden Prozess allein um die Klärung einer Rechtsfrage gehe - das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern sei gut. Ein Gruner+Jahr-Sprecher betonte, der Rechtsstreit habe nichts mit der Person Buchholz zu tun.

In den Jahren 2000 und 2004 hatte die Bertelsmann AG den Vorstandsvorsitzenden von G+J in ihren Vorstand berufen. Dagegen hatte die Jahr-Familie ein Wettbewerbsverbot geltend gemacht, war damit aber vor dem Landgericht und dem Oberlandesgericht Hamburg unterlegen. Der BGH-Senatsvorsitzende Wulf Goette hatte am Montag bereits in der Verhandlung deutlich gemacht, dass sich das Gericht diesen Urteilen anschließen werde: "Die Besetzung von Leitungspositionen ist an sich kein Wettbewerbsfall."

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