Verlage kritisieren Entscheidung als "behördliche Willkür"
Kartellamt untersagt Einstieg von DuMont in Bonn

Der Kölner Verlag M.DuMontSchauberg wollte bei seinem Nachbarn, dem "Bonner General-Anzeiger" einsteigen. Doch das Bundeskartellamt hatte zu große Bedenken.

HB BONN/KÖLN. Das Bundeskartellamt hat der Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) den Einstieg beim „Bonner General-Anzeiger“ untersagt. Die Beteiligung an der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH hätte „zur Verstärkung marktbeherrschender Stellungen auf den betroffenen Leser- und Anzeigenmärkten geführt“, hieß es in einer Mitteilung des Kartellamts. Die beiden Verlage kritisierten die Entscheidung als „behördliche Willkür“. Publizistische Vielfalt könne nur erhalten werden, wenn dafür die wirtschaftliche Basis bestehe.

M. DuMont Schauberg (MDS), bei dem der „Kölner Stadt-Anzeiger“, die „Kölnische Rundschau“, der „Express“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“ erscheint, wollte Anteile in Höhe von 9,015 Prozent an der H. Neuser GmbH kaufen. Im Gegenzug sollte der Bonner Verlag eine entsprechende Minderheitsbeteiligung an MDS erhalten. Bei den Anzeigen war eine Zusammenarbeit geplant.

Der „General-Anzeiger“ sei in großen Teilen seines Verbreitungsgebietes die eindeutig führende Erstzeitung, erläuterte das Kartellamt. Diese Marktstellung würde durch den Zusammenschluss mit dem einzigen aktuellen Wettbewerber abgesichert und damit verstärkt.

Sprecher beider Verlage bezeichneten es dagegen als „unbegründbare Unterstellung“, dass eine Beteiligung in der geplanten Größenordnung zu einem mit Blick auf den Wettbewerb „erheblichen Einfluss“ führen könne. „Das Gesetz schützt die Vielfalt der deutschen Tageszeitungen nicht, wenn es gerade dort, wo ein wirtschaftliches Zusammengehen die Unabhängigkeit von Redaktionen sichern soll, eine Beteiligung untersagt“, erklärten die Verlage MDS und H. Neusser gemeinsam. Die Entscheidung des Kartellamts richte sich in der Konsequenz gegen die mediale Vielfalt.

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