Verlage
Springer trotzt Wirtschaftskrise mit Rekordgewinn

Der Medienkonzern Axel Springer hat trotz Wirtschafts- und Anzeigenkrise einen Rekordgewinn eingefahren. Der "Bild"-Herausgeber führte den Gewinnsprung 2008 am Mittwoch vor allem auf das Wachstum im Online-Geschäft und Kostensenkungen zurück.

HB BERLIN. Seit Ausbruch der Krise verzichtet Springer unter anderem auf große Verlagsfeiern. Im Gegensatz zu vielen Rivalen hat das Medienhaus bisher nicht im großen Stil Personal abgebaut oder Titel gestrichen.

Publikationen einzustellen oder Personal im großen Stil abzubauen, sei derzeit weder geplant noch notwendig, sagte eine Firmensprecherin. "Wir profitieren heute davon, dass wir strukturelle Anpassungen im Gegensatz zu Konkurrenten schon vor Jahren in Angriff genommen haben", sagte sie unter Verweis auf die Zusammenlegung der Redaktionen von "Welt" und "Berliner Morgenpost" schon vor Jahren. Auch die frühzeitigen Investitionen ins Online-Geschäft machten sich bezahlt. In Zukunft will Axel Springer das Internet-Geschäft auszubauen und vor allem im Ausland wachsen.

Im vergangenen Jahr stieg das Betriebsergebnis (Ebitda) des Berliner Verlags um über drei Prozent auf den Rekordwert von 486 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss fiel auch dank Verkäufen mit 571 Mio. Euro ebenfalls so hoch aus wie nie zuvor in der 63-jährigen Firmengeschichte. Im Vorjahr hatte die Insolvenz des Briefdienstes Pin dem ehemaligen Pin-Mehrheitseigner Springer noch einen Verlust von 288 Mio. Euro beschert.

Axel Springer will seine Aktionäre mit einer Rekorddividende von 4,40 Euro (2007: 4,00 Euro) je Aktie am Gewinn beteiligen. Davon profitiert vor allem Verlegerwitwe Friede Springer, die über die Hälfte der Anteile an dem Berliner Verlag hält. Die im SDax notierte Springer-Aktie schoss nach der Vorlage der Zahlen zunächst sechs Prozent nach oben, am Nachmittag lag sie noch rund 2,5 Prozent im Plus.

Springer hat sich kürzlich von Beteiligungen an zahlreichen Regionalzeitungen getrennt und will sich künftig in Deutschland auf seine Flagschiffe "Bild" und "Welt" konzentrieren. Im Zuge der Wirtschaftskrise strich der Verlag bisher die Printausgabe des Jugendmagazins "Yam".

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