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Verlagsgruppe Handelsblatt: Offensive mit digitalen Produkten

Die Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) lässt die Wirtschaftskrise hinter sich und wird in diesem Jahr bei stabilem Umsatz von rund 180 Mio. Euro den Break-even erreichen. Im nächsten Jahr sollen wieder Gewinne erwirtschaftet werden. Das sagte Verleger Dieter von Holtzbrinck am Mittwoch in Frankfurt.

Dieter von Holtzbrinck: "Wir sollten das Internet als Chance, nicht als Bedrohung sehen". Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Dieter von Holtzbrinck: "Wir sollten das Internet als Chance, nicht als Bedrohung sehen". Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

tel/FRANKFURT. Der 69-Jährige, der die Verlagsgruppe Handelsblatt im vergangenen Jahr wieder von seinem Halbbruder Stefan von Holtzbrinck übernommen hatte, wertete es als sehr positiv, dass sich das Handelsblatt nach Anzeigeneinbrüchen in den vergangenen beiden Jahren nun wieder auf dem Wachstumspfad befinde.

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„Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder eingestiegen bin und nun die Früchte unserer Arbeit zu sehen sind“, sagte von Holtzbrinck. Nach Angaben von Tobias Schulz-Isenbeck, Sprecher der Geschäftsführung, wächst die Verlagsgruppe Handelsblatt derzeit im Anzeigengeschäft zweistellig und damit über dem Markt der Wirtschaftsmedien, der um rund sieben Prozent zulegte.

Dieter von Holtzbrinck hatte die Führung der Verlagsgruppe Handelsblatt, zu der das „Handelsblatt“, die „Wirtschaftswoche“ und zahlreiche Fachpublikationen gehören, 2001 an Stefan von Holtzbrinck abgegeben und sich 2006 auch aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens zurückgezogen. Zum Wiedereinstieg hatten ihn die Verkaufspläne seines Halbbruders bewogen.

Nach mehr als 40 Jahren Erfahrung im Verlagsgeschäft ist Dieter von Holtzbrinck um die Zukunft des Qualitätsjournalismus nicht bange. Gerade angesichts der wachsenden Informationsflut verlange der Leser eine Sortierung und Einordnung dessen, was wichtig ist, sagte er. Das Internet-Zeitalter biete gerade für die Wirtschaftsmedien hervorragende Möglichkeiten, seine Leser schnell und gründlich zu bedienen.

Der Verleger äußerte sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten der „FTD“, die auch nach zehnjähriger Marktpräsenz in Deutschland die klare Nummer zwei im Markt der Wirtschaftszeitungen sei. Die Anzeigen- und Vertriebserlöse der „FTD“ reichten seiner Einschätzung nach nicht aus, die Kosten zu decken. Eine Übernahme komme für ihn aber nicht infrage. „Wir warten in aller Gelassenheit ab, was passiert“, sagte der Verleger.

Für das Handelsblatt plant Chefredakteur Gabor Steingart eine digitale Offensive, angefangen mit einem Relaunch des Online-Auftritts im Dezember und diversen neuen Diensten für mobile Empfangsgeräte inklusive neuem App für das iPad. Im Januar kommt die Redaktion mit einem Produkt namens „Handelsblatt Exklusiv“ auf den Markt. Eine 24 Stunden am Tag besetzte Online-Redaktion ist vor wenigen Wochen gestartet. Nachrichten werden seither rund um die Uhr von den Auslandskorrespondenten geliefert. Laut der jüngsten Leseranalyse Entscheider LAE erreicht das Handelsblatt online und im Print 524 000 Leser.

Steingart plädierte dafür, sich von den unterschiedlichen Messgrößen im Zeitungsgeschäft – IVW-Auflage, Pageimpressions, Visitors, Users – zu verabschieden und sich auf die Leser zu konzentrieren. „Wir reden von Medienkrise, und in Wahrheit erreichen alle Traditionstitel von ,Bild' über ,Spiegel' bis zum ,Handelsblatt' doppelt so viele Menschen wie vor Einführung des Internets“, sagte Steingart. Auch von Holtzbrinck sagte, die Branche sei gut beraten, die Leser der Zeitung und ihrer elektronischen Produkte so wie in Amerika üblich zusammenzufassen. Sein Plädoyer: „Wir sollten das Internet als Chance, nicht als Bedrohung sehen.“

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