Verlagsgruppe Holtzbrinck fokussiert sich auf Internet, Buch und Bildung

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck will sich noch stärker auf Wachstumsfelder außerhalb des Zeitungsgeschäfts konzentrieren. Dazu gehören Bildung und Wissenschaft, der Buchbereich und das Internetgeschäft, erläuterte Stefan von Holtzbrinck, Chef der Verlagsgruppe, in einem Interview mit der „Main-Post“.
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Anlass des Gesprächs war der heutige Verkauf der Würzburger Zeitung an die Mediengruppe Pressedruck („Augsburger Allgemeine“). Über dem Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Verkauf der „Main-Post“ hat Stefan von Holtzbrinck erstmals eine seiner Regionalzeitungen abgegeben. Zur Verlagsgruppe gehören nun noch vier Tageszeitungen: „Südkurier“, „Saarbrücker Zeitung“, „Lausitzer Rundschau“ und „Trierischer Volksfreund“. An der Wochenzeitung „Die Zeit“ ist die Gruppe mit 50 Prozent beteiligt. Alle Blätter seien „äußerst solide“, sagte Stefan von Holtzbrinck.

Der Unternehmer zog eine positive Bilanz seiner Internetbeteiligungen, zu denen MyHammer, Parship und Bol.com gehören. Sie sind in der Zwischenholding Holtzbrinck Digital gebündelt. Deren Veräußerungsgewinne hätten bereits einen dreistelligen Millionenbetrag deutlich überschritten. Die meisten Firmen seien in diesem Jahr profitabel. „Unsere Bilanz der geschaffenen Internetmedienwerte ist tief schwarz“, sagte der 47-Jährige.

Auch die VZ-Gruppe (StudiVZ, SchülerVZ) habe die Gewinnschwelle erreicht. Richtig sei aber auch, dass bei den neuen Geschäftsmodellen nicht jede Rechnung zu 100 Prozent aufgehe. „Das stört mich als Unternehmer nicht, Gewinn ohne Risiko gibt es derzeit nur auf den Finanzmärkten“, sagte von Holtzbrinck. Er prognostiziert, dass die Gruppe im Jahr 2012 bereits ein Viertel des Umsatzes mit digitalen Medien erwirtschaften wird. Zum Unternehmen gehören neben Internetfirmen auch Buchverlage (Rowohlt, S. Fischer) und Zeitschriften („Nature“, „Scientific American“). Der Umsatz im Jahr 2009 betrug 2,36 Milliarden Euro.

Die Mediengruppe Pressedruck zeigte sich begeistert vom Erwerb der „Main-Post“. „Wir glauben an die Zukunft der regionalen Tageszeitung“, sagte Alexandra Holland, Gesellschafterin und Geschäftsführerin der Mediengruppe. Die „Main-Post“ hat eine verkaufte Auflage von 128 000 Exemplaren. Das Blatt schreibt laut Unternehmenskreisen seit Jahren zweistellige Renditen.

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