Verlagsgruppe Lübbe fürchtet Wettbewerbsverzerrung
Buchverlage wehren sich gegen Random House

Die Übernahme der FAZ-Buchverlage durch den weltgrößten Buchkonzern Random House (Heyne, Goldmann, Knaus, Siedler) sorgt in der Branche für Aufregung.

DÜSSELDORF. Die Verlagsgruppe Lübbe befürchtet, dass die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann mit dem Erwerb der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) und Kösel ihre starke Marktstellung im deutschen Taschenbuchmarkt noch verstärkt. „Random House hat bereits heute, obwohl Heyne schwächelt, einen Marktanteil von über 30 Prozent“, warnte Karlheinz Jungbeck, Sprecher der Geschäftsführung bei Lübbe. Die konzernunabhängige Verlagsgruppe aus Bergisch Gladbach befürchtet nun, dass Random House künftig die Taschenbuchrechte von DVA und Kösel selbst verwertet und damit das Ungleichgewicht im Markt verstärkt.

Die Übernahme der FAZ-Verlage durch Random House wird vom Bundeskartellamt geprüft, das den Eingang einer entsprechenden Anmeldung bestätigt. Lübbe will auf alle Fälle seine Bedenken deutlich machen: „Wir hoffen darauf, dass das Kartellamt Flagge zeigt“, sagte Lübbe-Chef Jungbeck. Die Verlagsgruppe will sich zu dem Verfahren beiladen lassen. Dabei rechnen sich die Bergisch Gladbacher Chancen aus, denn vor etwa zwei Jahren musste Random House schon einmal aus kartellrechtlichen Gründen zurückrudern.

Bei der Übernahme der Verlagsgruppe Ullstein Heyne List verzichtete die Bertelsmann–Tochter auf die Verlage Ullstein, List, Econ, Claassen und Propyläen, um den umsatzstarken Taschenbuchverlag Heyne behalten zu können. Mit einer vollständigen Übernahme wäre Random House bei Taschenbüchern auf einen Marktanteil von 40 Prozent gekommen. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen sind aber nur 30 Prozent erlaubt.

Random House war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) wollte sich nicht zum Sachverhalt äußern.

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