Verlagsgruppen
Eulenspiegel schnappt sich Rotbuch

Rotbuch Verlag wurde von der Eulenspiegel Verlagsgruppe in Berlin übernommen. Der Rotbuch Verlag solle nach der Trennung von der Europäischen Verlagsanstalt (EVA) „nun wieder eigene Wege beschreiten“, teilte Eulenspiegel am Mittwoch mit. Die Übernahme sei rückwirkend zum 1. Februar erfolgt. Eulenspiegel übernimmt Marketing, Vertrieb und Herstellung.

dpa BERLIN. Rotbuch wird laut Eulenspiegel-Geschäftsführer Matthias Oehme als eigenständiger und unabhängiger Verlag fortgeführt. Mit Ausgründung und Umzug nach Berlin sei keine Richtungsänderung verbunden. Krimi und Belletristik, die in den letzten Jahren das Programm bestimmt hätten, würden weiterhin gepflegt werden. „Das linkskritische, zeitgeschichtlich-politische Sachbuch wird, anknüpfend an ältere Rotbuch-Traditionen, ausgebaut.“ Derzeit werde eine neue Mannschaft gebildet. Die für 2007 angekündigten Bücher würden in Kürze erscheinen, einige davon bereits zur Leipziger Buchmesse (22.-25. März), auf der sich bereits „ein erneuerter Rotbuch Verlag“ seinen Lesern und den Buchhändlern präsentieren werde.

Der Rotbuch Verlag wurde 1973 in Berlin als Abspaltung von einigen Mitarbeitern des Verlags Klaus Wagenbach gegründet. Auch das Kursbuch, herausgegeben von Hans Magnus Enzensberger, erschien zunächst hier weiter. Seit 1994 gehörte Rotbuch zur Europäischen Verlagsanstalt (EVA). Zu den Rotbuch-Autoren gehörten bisher Herta Müller, Richard Wagner, Libuse Monikova, Aras Ören, Thomas Brasch, F.C. Delius, Heiner Müller, Yaak Karsunke, Peter Paul Zahl, Peter O. Chotjewitz und Gerhard Seyfried.

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