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30.01.2008 
Werbeausgaben

Verleger Ringier: Internet ist Werbemedium der Zukunft

Der Schweizer Verleger Ringier erwartet eine drastische Verschiebung der Werbeausgaben von traditionellen Medien in Richtung Internet. Gegen die Vorteile von Online-Medien können sich gedruckte Zeitungen nach Meinung des Verlegers nur behaupten, indem sie besonders fantasievollen Journalismus anbieten.

HB FRANKFURT. Der Anteil der Werbeausgaben für das Internet betrage zur Zeit lediglich vier Prozent, doch beanspruche das Internet heute schon mindestens 20 Prozent der Mediennutzungszeit junger Menschen, sagte Ringier am Dienstagabend beim Neujahrsempfang des Frankfurter Presseclubs.

„Die Werbung ist schon immer dahin gegangen, wo die Kunden sind und Internetbenutzer sind gute und aktive Konsumenten“. Das Internet habe die Bedingungen für traditionelle Medienunternehmen entscheidend verändert, sagte er. Ihnen sei ein Monopol abhanden gekommen, weil sie nicht mehr die einzigen Vermittler zwischen den Unternehmen und der Masse der Konsumenten seien.

Das Internet biete den Unternehmen vielmehr einen direkten Zugang zum Kunden. Gegen die kostenlosen Angebote von Internet und Gratis-Blättern können sich die Zeitungen nach Ansicht Ringiers nur mit einem fantasievollen Journalismus und einzigartigen Beiträgen behaupten. Nur für Inszenierungen und Bilder, Gedanken, Ideen und Überlegungen, die an keinem anderen Ort zu finden seien, würden Zeitungsleser künftig noch bereit sein, Geld auszugeben. „Wer heute noch Geld für Gedrucktes einkassieren will, muss journalistische Goldstücke anbieten.“

Der 58-jährige ist Präsident des Verwaltungsrates der größten Schweizer Verlagsgesellschaft Ringier Holding AG. Zu dem Unternehmen gehören zahlreiche elektronische und gedruckte Medien wie die Tageszeitung „Blick“. In Deutschland gibt Ringier unter anderem das politische Monatsmagazin „Cicero“ heraus. 2005 engagierte der Verleger den gerade aus dem Amt geschiedenen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Berater. Zu dessen Einsatz meinte Ringier: „Gerhard Schröder (...) ist meines Wissens der einzige Deutsche, der vor der Schweizer Steuer flieht und sein Einkommen aus Zürich in Deutschland versteuert“.

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