Verlust der Bundesliga-Rechte
Premiere um Schadensbegrenzung bemüht

Im Bieterwettstreit um die begehrten Live-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga hat Premiere den Kürzeren gezogen. Die Aktien des Bezahlfernsehsenders haben zeitweise fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Nun ist "Plan B" gefragt.

HB MÜNCHEN. Der Chef des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler, hat sich nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte und massiven Kurseinbrüchen der Premiere-Aktie um Schadensbegrenzung bemüht. Die Entwicklung der Abonnentenzahlen beobachte er gelassen, sagte Kofler am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. „Ich glaube nicht, dass wir ein Drittel unserer Abonnenten verlieren werden.“ Zu seiner Position nach der Niederlage sagte er: „Ich bleibe selbstverständlich an Bord, auch wenn das Schiff ein paar höhere Wellen zu durchschiffen hat.“

Die Premiere-Aktie hatte fast 40 Prozent an Wert verloren, nachdem die Pay-TV-Rechte für die nächsten drei Spielzeiten an ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern gegangen waren. Die Bundesliga-Spiele waren seit Jahren ein wichtiges Standbein von Premiere. Der Abo-Sender hatte zwar mehr Geld geboten, bestand aber darauf, dass Spielberichte im frei empfangbaren Fernsehen erst nach 22.00 zu sehen wären. Premiere habe unter dieser Bedingung mehr als 300 Mill. Euro pro Saison geboten, sagte Kofler. Die heftigen Kurseinbrüche an der Börse bezeichnete er als „Überreaktion“.

Der Bezahl-TV-Sender will nach dem Verlust der Übertragungs-Rechte nach Alternativen suchen. Der Vorstand werde bis Mitte nächsten Jahres nach anderen Angeboten Ausschau halten, sagte Kofler am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Premiere habe mehr als nur Fußball-Bundesliga zu bieten.

Die nun freien Investitionsmittel wolle Premiere für den Kauf anderer Übertragungsrechte einsetzen, sagte Vorstandschef Georg Kofler. Konkrete Pläne nannte er am Mittwoch nicht. „Ohne Bundesliga bricht die Welt hier nicht zusammen“, sagte der Premiere-Chef. Gleichzeitig schloss Kofler unmittelbar nach der Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Kooperation mit dem neuen Rechteinhaber, dem Kabelnetzbetreiber Unity Media, nicht aus. Gespräche gebe es aber noch nicht, sagte er.

Der Premiere-Chef demonstrierte trotz des herben Schlages in einer Telefonkonferenz Optmismus, nannte aber keinen konkreten Pläne für die künftige Entwicklung von Premiere. Bis zum Auslaufen der Rechte sei noch genügend Zeit. Zudem müsse abgewartet werden, ob es nicht noch kartellrechtliche Probleme für die neuen Rechteinhaber und die dahinter stehenden Kabelnetzbetreiber gebe.

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