Verlust von Hälfte des Grundkapitals erwartet: Leica ist schwer angeschlagen

Verlust von Hälfte des Grundkapitals erwartet
Leica ist schwer angeschlagen

Der Kamerahersteller Leica ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht und erwartet für März einen Verlust von mehr als 10,15 Millionen Euro - der Hälfte des Grundkapitals. Damit wird die finanzielle Lage des traditionsreichen Unternhemens immer kritischer.



HB SOLMS. Der Kamerahersteller brauche dringend frisches Kapital. „Es laufen Verhandlungen seitens des Managements, um die Rekapitalisierung vorzubereiten“, sagte ein Sprecher. Seinen Aktionären will das Unternehmen aus dem hessischen Solms in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 31. Mai daher Kapitalmaßnahmen vorschlagen, wie Leica am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung erklärte. Details zu den geplanten Maßnahmen wollte ein Unternehmenssprecher nicht nennen. Leica arbeite noch an der Strategie zur Rückkehr in die Gewinnzone.

Der traditionsreiche Kamerahersteller hatte bereits im Dezember mitgeteilt, das Geschäftsjahr 2004/05 (per 31. März) voraussichtlich mit einem operativen Verlust von zehn Mill. € abzuschließen. Zusammen mit einem Verlustvortrag von 1,6 Mill. € aus dem Vorjahr sinke das Kapital der Leica Camera AG damit unter die Schwelle von 50 % des Grundkapitals, sagte der Sprecher. Beim Verlust der Hälfte des Grundkapitals schreibt das Aktiengesetz zwingend die Einberufung einer Hauptversammlung vor, auf der der Vorstand Gegenmaßnahmen präsentieren muss.

Wie ein Sprecher auf Nachfrage klar stellte, handelt es sich bei dem angezeigten Verlust um ein „technisches Ergebnis der bereits angekündigten“ Verluste. Neue Verluste seien nicht entstanden. Wie die Leica Camera AG den erwarteten Verlust von 10,15 Mill. Euro ausgleichen und in die Gewinnzone zurückkehren will, wollte der Sprecher nicht beantworten. Die Überlegungen seien noch nicht veröffentlichungsreif, sagte er.

Allerdings machte der Sprecher deutlich, dass über den beabsichten Abbau von rund 100 Stellen nach derzeitigem Stand kein weiterer Abbau geplant sei. Bereits im November vergangenen Jahres hatte das Unternehmen vor roten Zahlen und einem rückläufigen Auftragseingang gewarnt. Dem traditionsreichen Hersteller klassischer Kameras macht vor allem die Konkurrenz durch die digitale Fotografie zu schaffen.

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