Verlust weiter reduziert
N-TV nähert sich den schwarzen Zahlen

Optimismus beim Nachrichtensender N-TV: Nachdem die Verluste zuletzt auf knapp drei Millionen Euro reduziert werden konnten, rechnet Chef Johannes Züll dieses Jahr mit einer Annäherung an schwarze Zahlen. Im harten Konkurrenzkampf setzt N-TV auf Merchandising und eine Verschärfung des Senderprofils.

KÖLN. Der Nachrichtensender N-TV wird nicht weiter das Sorgenkind der RTL-Senderfamilie sein. Der Kölner Kanal steht nach sieben verlustreichen Jahren vor dem Sprung in die Gewinnzone. „Die gute Entwicklung der Börse und der gesamten Wirtschaft beflügelt unser Geschäft. Wir kommen in diesem Jahr schwarzen Zahlen sehr nahe“, sagte N-TV-Chef Johannes Züll dem Handelsblatt. Bereits im vergangenen Jahr seien nach Angaben von Unternehmensinsidern die Verluste auf nur noch drei Mill. Euro gesenkt worden. „Wir schrieben im vergangenen Jahr nur noch kleine rote Zahlen“, bestätigt Züll. Offiziell weist die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann weder Umsatz und noch Gewinn aus. Züll sagte nur: „Im vergangenen Jahr sind wir bei den Werbeeinnahmen um knapp zehn Prozent gewachsen.“ Der Umsatz soll nach Branchenschätzungen bei über 40 Mill. Euro gelegen haben.

Der Vertraute von RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler hat den Sender seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren mühsam saniert. 2003 lagen die Verluste bei 23 Mill. Euro. Mit einem Umzug nach Köln, einer Modernisierung des Sendebetriebs und dem Abbau von Arbeitsplätzen hat der frühere Unternehmensberater Züll den Sender nach vorne gebraucht. Erst im vergangenen Jahr hatte Bertelsmann den Nachrichtenkanal komplett übernommen.

Eigentlich wollte Züll schon vor zwei Jahren schwarze Zahlen liefern. Doch die schlechte Konjunktur und interne Probleme haben dafür gesorgt, dass der Fernsehmanager seinen ursprünglichen Plan verfehlt hat. Der Konkurrent N 24, eine Tochter des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 hingegen schreibt bereits seit zwei Jahren schwarze Zahlen.

Für das laufende Jahr ist N-TV ausgesprochen optimistisch. Unternehmensinsider gehen von einem weiteren Wachstum bei den Werbeeinnahmen von bis zu fünf Prozent aus. N-TV will künftig noch unabhängiger vom labilen Fernseh- und Internetwerbemarkt werden. „Deshalb bauen wir unser Merchandising mit Buchreihen oder DVDs stärker aus. Wir werden auch mit Partnern Tagungen und Seminare beispielsweise für Anleger organisieren. Im Bereich der Musik arbeiten wir unter anderem mit BMG und Universal zusammen“, kündigt Züll an. Bereits im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Kölner Sender mit rund 210 Mitarbeiter bereits ein Fünftel seiner Erlöse außerhalb des klassischen Werbegeschäfts. In diesem Jahr soll dieser Anteil nach Unternehmensangaben auf bis zu 23 Prozent gesteigert werden.

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