Verlustbringer RTL Shop: Einkaufssender sucht sein Glück in der Provinz

Verlustbringer RTL Shop
Einkaufssender sucht sein Glück in der Provinz

Der Einkaufssender RTL Shop kehrt Köln den Rücken und schlägt sein Quartier in Hannover auf. Mit dem Wechsel vom Rhein an die Leine soll der Einkaufssender – eines der Sorgenkinder der Sendergruppe – endlich die Gewinnzone erreichen.

HANNOVER. Beim „Fressnapf“, dem grün-rot getünchten Einkaufsmekka für Tierliebhaber, geht es scharf links ab. Noch ist die ehemalige Lagerhalle in Hannovers tristem Stadtteil Vahrenwald eine Baustelle. Doch in einem halben Jahr soll hier eine Erfolgsgeschichte des Privatfernsehens geschrieben werden. Dann kehrt der Einkaufssender RTL Shop Köln den Rücken und schlägt sein Quartier in Hannover auf. „Wir in Hannover freuen uns auf RTL. Das ist für unsere Stadt schon was besonderes“, schwärmt Architekt Andreas Römeth, der für die Bertelsmann-Tochter den neuen Sendersitz baut. Auch RTL-Shop-Chef Heinz Scheve ist vom Wegzug aus NRW begeistert: „Das ist doch allemal besser als das öde Ossendorf.“ In dem trostlosen Kölner Stadtteil war der Kanal seit seiner Gründung im Februar 2001 zuhause.

Mit dem Wechsel vom Rhein an die Leine soll der Einkaufssender – eines der Sorgenkinder der Sendergruppe (RTL, Vox, Super RTL, N-TV) – endlich die Gewinnzone erreichen. Als RTL-Boss Gerhard Zeiler den Einkaufssender aus der Taufe hob, waren die Hoffnungen noch groß. Home Shopping Europe (HSE 24) oder QVC verkauften schon damals Goldringe, Gartenstühle und Gesundheitspillen wie geschnitten Brot und verdienten sich dabei eine goldene Nase. Warum sollte nicht auch Deutschlands mächtigster Fernsehkonzern die Goldader namens Teleshopping anzapfen?

Doch das El Dorado des Fernsehgeschäfts entpuppte sich als kostspieliges Abenteuer. Denn RTL Shop schrieb seit seiner Gründung rote Zahlen. Allein 2004 lag das Minus bei fast drei Mill. Euro. Das Ziel, im Jahr 2005 die Gewinnzone zu erreichen, hat Senderchef Scheve, ein langjähriger Vertrauter der RTL-Deutschlandchefin Anke Schäferkordt, verfehlt. „Wir haben unser Geld in die Reichweite gesteckt“, sagt er zur Begründung. Der Sender erreicht heute 20 Mill. Haushalte, ein Viertel mehr wie zwölf Monate zuvor. Wie hoch die Verluste im vergangenen Jahr ausgefallen sind, will der studierte Betriebswirt lieber nicht verraten. Nur soviel: „Der Umzug nach Hannover belastet erst einmal das Ebit. Aber für 2007 peilen wir eine schwarze Null an.“

Seite 1:

Einkaufssender sucht sein Glück in der Provinz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%