Verlustgeschäft Lkw-Maut
Milliardenverlust bei Toll Collect

Die Betreibergesellschaft des deutschen Lkw-Mautsystems Toll Collect hat im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust erwirtschaftet.

HB STUTTGART. Aus dem am Mittwoch von Daimler-Chrysler veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2004 geht hervor, dass Toll Collect ein Minus von 1,071 Milliarden Euro verbucht hat. Im Jahr 2003 hatte sich der Verlust den Angaben zufolge auf 206 Millionen Euro belaufen. Im Gründungsjahr der Betreibergesellschaft, an der Daimler-Chrysler und die Deutsche Telekom jeweils zu 45 Prozent und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute zu zehn Prozent beteiligt sind, hatte der Verlust 45 Millionen Euro betragen.

Umsätze habe die Betreibergesellschaft seit der 2002 erfolgten Gründung nicht erzielt, hieß es im Geschäftsbericht des Autokonzerns. Das Maut-Erfassungs- und Abrechnungssystem Toll Collect ist mit deutlicher Verzögerung erst zum Januar dieses Jahres gestartet. Wegen der Verzögerung verlangt der Bund von den Konsortialmitgliedern Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Daimler-Chrysler und die Telekom haben diese Forderungen bislang stets als haltlos zurückgewiesen. Die Telekom hatte im vergangenen Jahr eingeräumt, dass das deutsche Mautsystem ein Verlustgeschäft ist und während der Betriebsdauer keine Gewinne abwerfen wird.

Die Schulden von Toll Collect übersteigen die Vermögensgegenstände des Unternehmens per Jahresende um 934 (Vorjahr 22) Millionen Euro, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Daimler-Chrysler habe den Konzernrückstellungen wegen Toll Collect im vergangenen Jahr 480 (65) Millionen Euro zugeführt.

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