Vermietung von Telefonanschlüssen
Gebühr für „letzte Meile“ gesenkt

Die Deutsche Telekom ist beim Regulierer erneut mit einem Antrag auf Gebührenerhöhung gescheitert. Die Bundesnetzagentur senkte am Freitag das Entgelt, das die Konkurrenten für die Nutzung der Telekom-Anschlussleitungen in die Haushalte zahlen müssen.

HB FRANKFURT. Die Gebühren für die so genannte "letzte Meile" würden von 10,65 Euro auf 10,50 Euro monatlich gesenkt, teilte die Bundesnetzagentur am Freitag in Bonn mit. Der Bonner Konzern hatte eine Erhöhung auf 12,03 Euro beantragt und dies mit den Belastungen durch den Stellenabbau begründet. Die Senkung fiel aber geringer aus, als die Konkurrenten der Telekom gefordert hatten. Sie hielten ein Entgelt von um neun Euro mit Verweis auf die Preise in anderen europäischen Ländern für gerechtfertigt. Ende 2006 hatte die Telekom 4,7 Mill. TAL-Leitungen an Konkurrenten vermietet, das entspricht zwölf Prozent aller Anschlüsse. Mit der vom Regulierer verordneten Senkung entgehen ihr 8,46 Mill. Euro im Jahr.

„Eine Erhöhung, wie von der Deutschen Telekom beantragt, kam im Gesamtergebnis der Prüfung nicht in Betracht“, erklärte Behördenpräsident Matthias Kurth. Die Kosten des Personalumbaus könnten nicht berücksichtigt werden. Ein Telekom-Sprecher sagte, die Preissenkung sei nicht so stark ausgefallen wie in früheren Entscheidungen. „Somit sehen wir eine Bestätigung, dass die Bundesnetzagentur unsere Argumente nicht ganz unberücksichtigt gelassen hat“, sagte er. 2005 hatte die Bundesnetzagentur die Gebühr von zuvor 11,80 Euro um fast zehn Prozent gesenkt.

Konkurrenten kritisieren niedrige Gebührensenkung

Die Telekom-Konkurrenten kritisierten die Entscheidung von Kurth erwartungsgemäß. Die Verbände VATM und Breko, die Anbieter wie Arcor, Hansenet oder Versatel mit eigenem Netz vertreten, sehen ihre Mitglieder gegenüber reinen Wiederverkäufern benachteiligt. Die Bundesnetzagentur habe die bewährte Linie verlassen, kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. „Die viel zu geringe Absenkung um 15 Cent bestraft alle Unternehmen, die mit Milliardeninvestitionen eigene Netzinfrastrukturen aufgebaut haben.“ Breko-Präsident Peer Knauer kommentierte: „Ein Trippelschritt statt der große erhoffte Wurf.“

Die alternativen Anbieter haben ihre Netze weitestgehend selbst aufgebaut und müssen nur die letzte Meile anmieten. So genannte Reseller haben kein eigenes Netz und vermarkten die Produkte der Telekom unter eigenem Namen weiter. Beim schnellen Internet (DSL) erhalten sie Rabatte von über 50 Prozent auf den Endkundenpreis der Telekom. Kurth verteidigte die Entscheidung. Der Wettbewerb komme mit großen Schritten voran, sagte er. Mit dem nun festgelegten Preis könne die Balance zwischen Infrastruktur- und Diensteanbietern gehalten werden.

Nach Zahlen der Bundesnetzagentur kamen die Konkurrenten der Telekom 2006 auf einen DSL-Marktanteil von rund 51 Prozent. Die Reseller steigerten ihren Anteil binnen eines Jahres auf rund 23 Prozent von 15 Prozent, die Wettbewerber mit eigenem Netz erhöhten den Anteil auf fast 28 von rund 24 Prozent. Breko- und Versatel-Chef Knauer forderte die Netzagentur auf, nun bei den Reseller-Rabatten einzugreifen. „Das Angebot muss vom Markt, eine solche Protektion unserer erklärten Wettbewerber durch die Netzagentur können wir nicht länger dulden“, sagte er.

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