Veröffentlichung der Quartalsergebnisse verschoben
SEC nimmt Dell unter die Lupe

Die US-Börsenaufsicht SEC nimmt die Buchführung des Computerkonzerns Dell unter die Lupe. Nachdem die Behörde die Bilanzen bereits seit längerem informell untersucht hat, ermittelt sie jetzt ganz offiziell gegen das Unternehmen. Gleichzeitig hat Dell die für Donnerstag geplante Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal auf Ende November verschoben.

PORTLAND. Die Ermittlungen seien allerdings nicht Grund für die Verschiebung, teilte Dell mit. Analysten sehen in der jüngsten Entwicklung ein weiteres Zeichen für Führungsschwäche bei Dell und fragen, wie lange sich Firmenchef Kevin Rollins noch halten kann.

Zu den Gründen für die Ermittlungen der SEC teilt Dell lediglich mit, dass es sich um „bestimmte Bilanzierungs- und Berichtsfragen“ handele. Der neue Status der Ermittlungen bedeutet, dass die Behörde Manager vorladen und Dokumente beschlagnahmen kann. Der Konzern, der wegen der Probleme seinen Abschlussbericht 10-Q für das zweite Quartal noch nicht bei der SEC eingereicht hat, erklärte, er kooperiere voll mit der Behörde. Die Komplexität der Ermittlungen habe die pünktliche Vorlage vorläufiger Ergebnisse unmöglich gemacht; sie würden nun später mit einer Presseerklärung veröffentlicht. Das ganze deute auf völlige Verwirrung im Management, kommentierte Charles Wolf von Needham & Co: „Seit Kevin Rollins Chef wurde, sieht es so aus, als wenn niemand mehr das Schiff steuert“.

Firmengründer und Verwaltungsratschef Michael Dell erklärte jüngst erneut, dass er mit der Arbeit von Rollins zufrieden sei. Gleichzeitig hieß es jedoch, dass der Konzern dabei sei, sein Topmanagement zu erneuern. Unter anderem sucht Dell nach einem neuen Chef für das wachsende Dienstleistungsgeschäft. Gegenüber dem Magazin Business Week bezeichnete Dell Gerüchte, dass er wieder die Zügel ergriffen habe, als „Unsinn“. Er und Rollins seien weiterhin ein Team.

Die SEC-Ermittlungen und die überraschende Verschiebung des Quartalsberichtes sind nur die jüngsten Probleme für das Unternehmen, das noch vor einem Jahr weltweit der größte Hersteller von Personalcomputern und Laptops war. Wegen seines äußerst schlanken und kostengünstigen Geschäftsmodells galt Dell als nahezu unangreifbar. Seither verfehlte der Konzern indessen in mehreren Quartalen seine eigenen Umsatz- und Gewinnprognosen und musste die Batterien von mehreren Millionen Laptops wegen Feuergefahr austauschen. Die defekten Batterien von Sony zwangen allerdings auch andere Computerhersteller zu Rückrufaktionen.

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