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Versatel will durch Zukäufe wachsen

Rote Zahlen und kein Ende. Das Telekom-Unternehmen Versatelt hat auch im vergangenen Jahr keine Gewinne erwirtschaftet. Der harte Konkurrenzkampf setzt dem Unternehmen zu. Das Ende der Durststrecke lässt wohl noch auf sich warten. Derweil sinniert der Vorstand über mögliche Zukäufe.

HB FRANKFURT. Der Telekomanbieter Versatel kommt vorerst nicht aus den roten Zahlen. Der Ausbau des Geschäfts mit schnellen Internet-Anschlüssen (DSL) kam 2007 langsamer voran als geplant. Auch der unverändert harte Preiskampf in der Telekombranche belastet das Ergebnis, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzernverlust vergrößerte sich 2007 auf 89 Millionen Euro von knapp 52 Millionen Euro (Pro-Forma-Vergleich) zum Vorjahr. Trotz eines rückläufigen Verlustes im vierten Quartal erwartet das Management des seit zehn Monaten an der Börse notierten Unternehmens auch 2008 einen Konzernverlust. Mit schwarze Zahlen rechnet der Vorstand erst 2009. Der Umsatz verbesserte sich den Angaben zufolge im vorigen Jahr zwar wie zuletzt angekündigt um fünf Prozent auf gut 700 Millionen Euro. Doch aufgrund des „massiven Preisverfalls“ ging das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um zehn Prozent auf 191 Millionen Euro zurück. Die Einbußen hatten sich allerdings schon nach neun Monaten abgezeichnet. Die Zahl der Neukunden betrug 185 000, der Großteil davon (173 000) für schnelle DSL-Anschlüsse. Damit erreichte Versatel nicht die erhoffte Zielmarke von 200 000 Neukunden. Auch im wichtigen vierten Quartal blieb der Kundenzuwachs unter dem Vorjahresergebnis. „Wir sahen vor Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal keinen Grund die Aktie zu kaufen und diese Ansicht setzt sich auch nach der jüngsten Veröffentlichung durch“, kommentierten die Analysten der DZ Bank die Geschäftszahlen. Für 2008 rechnet Versatel mit einen ähnlich starken Umsatzanstieg wie im Vorjahr auf 730 bis 740 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda soll um mindestens fünf Prozent auf 200 Millionen Euro wachsen. Ein vor wenigen Wochen angekündigtes Sparprogramm, das den Abbau von rund 200 Arbeitsplätzen vorsieht, soll die Kosten um rund 30 Millionen Euro senken. Bei der Kundengewinnung hofft das Unternehmen vor allem auf Zukäufe. Versatel-Chef Peer Knauer deutete an, dass man Interesse am DSL-Geschäft von Freenet habe. Die Zukauf-Strategie könne effektiver sein, als am Markt um Neukunden zu buhlen, hatte Knauer auch schon früher erklärt. Allerdings gilt auch Versatel seit Monaten als Übernahme-Kandidat. So hatte Deutschlands zweitgrößter Telekommunikationskonzern United Internet seinen Anteil an Versatel auf die Sperrminderheit von 25 Prozent aufgestockt. Hauptaktionär Apax Partners hat in den vergangenen Wochen Branchenkreisen zufolge verschiedene Optionen für seinen 44-Prozent-Anteil geprüft.

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