Verschmelzung geplant
Springer übernimmt Pro Sieben Sat1

Der Axel-Springer-Konzern übernimmt die Mehrheit an Pro Sieben Sat 1. Das Verlagshaus zahlt US-Investor Haim Saban für die Anteile an Deutschlands größtem Fernsehsender einen Milliardenbetrag. Springer formt dadurch einen Mediengiganten mit auflagenstarken Zeitungen und TV-Sendern unter einem Dach.

HB MÜNCHEN. „Es ist die richtige Transaktion zur richtigen Zeit“, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Freitag. Springer übernimmt zunächst für rund 2,5 Mrd. € die gesamten Anteile der Pro Sieben Sat1-Mehrheitsaktionäre um den US-Milliardär Haim Saban und erhält dadurch alle stimmberechtigten Stammaktien an des TV-Konzerns. Mittelfristig ist die Fusion des größten europäischen Zeitungsverlegers mit Pro Sieben Sat1 geplant.

Die Journalistenvereinigung DJV nannte den Plan ein verheerendes Signal für die Meinungsvielfalt in Deutschland. Döpfner versuchte, die Furcht vor einer zu großen Meinungsmacht des Konzerns zu zerstreuen, zu dem dann auflagenstarke Zeitungen wie „Bild“ und „Die Welt“ und Fernsehsender wie Pro7, Sat1 und der Nachrichtenkanal N24 gehören würden.

Durch den Zusammenschluss entsteht der zweitgrößte deutsche Medienkonzern nach Bertelsmann, der aber gemessen am Umsatz nur rund ein Viertel so groß ist wie der Konkurrent aus Gütersloh. Selbst im Inland erzielt Bertelsmann höhere Erlöse als die Springer-ProSieben-Gruppe mit zuletzt gut 4,2 Mrd. €.

Döpfner sprach von hervorragenden Perspektiven und nannte seinen Verlag den „natürlichen Partner“ für Pro Sieben Sat1. Gemeinsam erziele man 13 % der deutschen Werbeeinnahmen und sei bestens gewappnet, um bei einer Erholung des Umfelds enorm zu profitieren. Jedoch rechne sich die Übernahme auch ohne eine wirtschaftliche Wende und auch ohne die vermutlich nur geringen Synergieeffekte. „Diese Transaktion steht für Kontinuität, für Qualität und für Profitabilität“, sagte er. ProSieben-Chef Guillaume de Posch sagte, die Übernahme gewährleiste Kontinuität bei der TV-Gruppe.

Der Vertrag mit den Mehrheitseignern von Pro Sieben Sat1 wurde nach Angaben der Firmen nach einer durchverhandelten Nacht am Freitagmorgen unterzeichnet. Neben allen Stammaktien hält Springer anschließend auch 25 % der börsennotierten Vorzugsaktien. Den übrigen ProSieben-Aktionären soll ein Barangebot von vermutlich 14,10 € je Aktie gemacht werden.

Seite 1:

Springer übernimmt Pro Sieben Sat1

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%