Verschmelzung mit der Gea gilt als sicher
MG Technologies zieht es ins Ruhrgebiet

Die MG Technologies AG wird ihren Sitz von Frankfurt nach Bochum verlagern. Unternehmenskreisen zufolge soll der Umzug bereits im Herbst dieses Jahres über die Bühne gehen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF.Damit verlässt die MG nach mehr als 100 Jahren ihren Stammsitz – Bochum ist der Sitz der erst 1999 erworbenen Konzerngesellschaft Gea. Die Verlagerung gilt den Kreisen zufolge nur als erster Schritt zur Verschmelzung der beiden Holdings MG Technologies und Gea.

Denn nach dem geplanten Verkauf der MG-Chemietochter Dynamit Nobel soll die Gea, die schon heute für 80 % der Umsätze und für den gesamten Jahresüberschuss im Konzern steht, den Kern des heutigen MG-Konzerns bilden. Das zumindest kündigte MG-Chef Udo G. Stark bereits im vergangenen Jahr an.

„Eine Verschmelzung wäre die logische Konsequenz“, sagt Roland Koenen, Analyst beim Bankhaus Lampe. Denn wenn die Holding MG Technologies mit der Holding Gea räumlich zusammengeführt und damit auch enger verzahnt würde, mache eine Konzern-Doppelspitze keinen Sinn mehr. Die Zusammenführung scheint daher programmiert. Dabei gilt als wahrscheinlich, dass MG, die mit 98,1 % an der Gea beteiligt ist, den Anteil auf 100 % aufstockt und die verbliebenen Gea-Minderheitsaktionäre im Wege eines Squeeze-Out abfindet.

Einer der beiden Namen würde damit von der deutschen Firmenlandkarte verschwinden. Die Frage ist nur: MG oder Gea? Da sich der Name MG Technologies nach der Umbenennung der Metallgesellschaft (MG) weder im Markt noch in der Öffentlichkeit durchgesetzt hat, gilt der Name Gea in Finanzkreisen als gesetzt. „Damit würde der Konzern wieder seinen Mädchennamen annehmen“, sagt Analyst Koenen.

Die MG hatte den Spezialmaschinenbauer Gea Anfang 1999 im wesentlichen von der Familie Happel übernommen. In der Folge konnte sich Otto Happel – Sohn des Gea-Gründers und nach der Übernahme Großaktionär der MG – weder mit der Strategie noch mit dem Führungsstil des damaligen MG-Chefs Kajo Neukirchen anfreunden. Im Frühjahr 2003 drückte Happel den Führungswechsel durch. Schon diese Verflechtung spricht für den Namen Gea. Koenen: „Happel hätte sicher nichts dagegen, wenn der Name nach der Verschmelzung bestehen bliebe.“

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