Vertrag mit France Telecom
Disney setzt auf Internet und Handy

Der Medienkonzern Disney wird erstmals Inhaltelieferant für einen europaweiten Mobilfunkbetreiber. Der Micky-Maus-Konzern hat mit Orange, der Mobilfunksparte von France Telecom, einen entsprechenden Vertrag für Großbritannien, Frankreich, Polen, Belgien, Holland, Rumänien, Slowakei und der Schweiz auf der Fernsehmesse Mipcom in Cannes unterzeichnet. „Dieses Geschäft ist für uns ein Durchbruch. Wir erwarten einen großen Erfolg mit Kindern in ganz Europa“, sagt John Hardie, Chef der Disney Channels.

CANNES. Disney wird künftig 65 bis 120 Minuten Programmschleifen mit Zeichentrickfilmen wie „Kim Possible“, aber auch mit ausgewählten Filmen auf den Handys von Orange zeigen. Das Abkommen mit dem Mobilfunkkonzern ist kein Zufall. Orange zählt europaweit bereits 2,9 Mill. Kunden mit einem mobilen Breitbandzugang. Außerdem hat France Telecom nun die Möglichkeit, seinen Kunden in Frankreich über einen schnellen Internetzugang Filme auf Abruf (Video on Demand) anzubieten. Unter den Titeln wird beispielsweise der Kassenschlager „Pirates of the Caribbean“ oder der Streifen „Die Chroniken von Narnia“ sein.

Die Zuversicht bei France Telecom ist groß: „Das mobile Fernsehen entwickelt sich schnell“, sagt Manager Herve Payan. „Die durchschnittliche Nutzungszeit von mobilen Inhalten war nach dem Einschalten bis vor kurzem rund zwei Minuten, mittlerweile ist es auf fünfeinhalb Minuten gestiegen.“ France Telecom haben täglich 350 000 Nutzer seines mobilen Fernsehangebots.

Das Abkommen mit France Telecom ist offenbar nur ein Anfang. Am Mittwoch hat Disney außerdem ein Abkommen mit dem spanischen Telekomkonzern Telefonica unterschrieben. Die Amerikaner liefern Film-Abrufportal von Telefonica künftig Filme aus Hollywood. In der Branche wird erwartet, dass Disney in den nächsten Monaten weitere Abschlüsse machen wird.

Auf der Fernsehmesse Mipcom gab die weltweite Disney-Fernsehchef Anne Swenney (ABC, ESPN, Super RTL) ein leidenschaftliches Plädoyer für Inhalte im Internet und auf dem Handy ab. Der Medienkonzern erwartet bis 2010 ein weltweites Umsatzvolumen für mobiles Fernsehen von 27 Mrd. Dollar. „Wir glauben das die Größe und der Typ des Bildschirms immer sekundär im Vergleich zu den Inhalten bleibt“ prognostizierte die Vertraute von Disney-Chef Robert Iger in Cannes. „Wir haben das letzte Jahr mit neuen Plattformen experimentiert, um den Zuschauern unsere Inhalte auf Abruf anzubieten.“ Auch in Deutschland ist Disney seit kurzem mit seinen Serien im Internet präsent. Das im Juli gestartete Spielfilme-Abrufportal „Maxdome“ des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 bietet Disney-Serien bereits sieben Tage vor dem Start zum Kaufen an.

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