Vertrauensoffensive
SAP verschiebt Preiserhöhung für die Wartung

Nach Kundenprotesten will SAP erst Anfang 2010 über die geplante Preiserhöhung entscheiden. Anwendervertreter rechnen auch im kommenden Jahr nicht mit einer Preissteigerung. Damit versucht der Softwarekonzen, verlorenes Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.
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DÜSSELDORF. SAP beugt sich ein weiteres Mal dem Druck der Kunden. Deutschlands größter Softwarekonzern hat gestern mitgeteilt, dass er zu Zugeständnissen bei der Erhöhung der Wartungsgebühr bereit sei.

Die Entscheidung über eine geplante Preisanhebung für das Wartungsangebot Enterprise Support hat SAP auf Anfang 2010 verschoben. Man wolle den Kunden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entgegenkommen, heißt es aus dem Unternehmen.

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. begrüßte diese Entscheidung. Sie hatte in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem Softwarekonzern gestritten. Die DSAG gehe davon aus, dass es im Jahr 2010 keine Preissteigerung geben wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Interessenvertreter.

Lukrative Einnahmequelle

Für den Konzern ist der Service eine der lukrativsten Einnahmequellen. Schon im vergangenen Jahr hatte SAP den Beziehern seines Standard-Services einen neuen sogenannten Enterprise-Support aufzwingen wollen.

Mit 22 Prozent gegenüber 17 Prozent des bezahlten Listenpreises wäre dieser für viele Kunden deutlich teurer geworden. Nach lautstarken Protesten machte der Software-Konzern einen Rückzieher.

Mitte November sorgte SAP für weitere Aufregung.Der Softwarehersteller hatte seinen Kunden angekündigt, künftig, wie im Vertrag vereinbart, die Wartungsgebühren des Standard-Supports an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anzupassen.

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  • Es ist nicht richtig, dass SAP beim Standard Support "zurückgerudert" sei und keine höheren Gebühren bezahlt werden müssen. Dies gelte lediglich für den erweiterten Enterprise Support, sagte mir ein SAP-Mitarbeiter. Vielleicht könnte der Journalist hier nochmals recherchieren, um für die Kunden Klarheit zu schaffen.

    Herr Leising, richtig ist, dass der Prozentsatz für den Standard Support sozusagen rückwirkend erhöht wird. Allerdings muss man zur Klarstellung sagen, dass dies nicht bedeutet, dass rückwirkend Gebühren zu bezahlen sind. Es bedeutet lediglich, dass sich für sehr alte Verträge der Wartungssatz mehr erhöht als für neuere Verträge. Andererseits wurden die "alten Verträge" in der Vergangenheit auch überproportional bevorteilt, weil SAP auf die vertraglich vereinbarte Preisanpassungen verzichtet hat. Schwierig bis unübersichtlich wird es, wenn man mehrere Verträge hat, weil diese nun unterschiedliche Wartungssätze haben. Hier könnte die SAP im Sinne einer größeren Transparenz ansetzen.
    Niemand mag Preiserhöhungen, ich auch nicht. Wichtiger ist jedoch, dass die dafür gebotene Leistung stimmt.

  • So funktioniert gutes Marketing. Da ist nichts Neues dabei, aber prima verpackt. Die DSAG hat bereits am 30.10.2009 kommuniziert, dass die SAP angesichts des großen Drucks der Kunden den Enterprise Support (in 2009 bei 18,36 %) in 2010 nicht erhöht wird. Der Standard Support (bislang bei 17 %) wird allerdings rückwirkend (!) ab Vertragsabschluss erhöht. Somit müssen die meisten Kunden aus kaufmännischen Überlegungen auf den Enterrpise Support wechseln, obwohl sie diesen eigentlich nicht benötigen. Somit hat die SAP die Wartungsgebühren von 2009 auf 2010 bei den meisten Kunden um ca. 8 % angehoben und das wird als Entgegenkommen in wirtschaftlich schwieriger Zeit vermarktet. Gratulation!

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