Vertrauter versetzt
Telekom-Chef Obermann baut Führung um

Erst kürzlich sorgte René Obermann für Aufsehen, als er zwei Frauen in den Vorstand holte. Jetzt treibt der Konzernchef den Umbau der Führungsmannschaft weiter voran - auf Kosten eines seiner engsten Vertrauten.
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DüsseldorfDie Deutsche Telekom baut ihre Führungsmannschaft weiter um. Strategiechef Francis Deprez gibt noch Ende dieses Sommers seinen Posten ab und wechselt in die konzerneigene Beratungsgesellschaft Detecon, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr.

Der ehemalige McKinsey-Berater gehörte zum innersten Führungskreis von Konzernchef René Obermann. „Deprez zählt neben den Vorständen zu Obermanns engsten Vertrauten“, heißt es in Konzernkreisen. Der Strategiechef ist eine Ebene unter den Vorständen angesiedelt.

Deprez ist nur das jüngste Glied einer ganzen Kette an Umbauten, die Obermann seinem Konzern derzeit verordnet. Bereits Anfang des Monats berief der Aufsichtsrat zwei Frauen in den achtköpfigen Vorstand des Konzerns. Eine dritte soll demnächst folgen. Damit hat der Konzernchef fast die Hälfte seines Führungsteams ausgewechselt.

Fakt ist, dass der Wechsel zu Detecon ein Rückschritt auf der konzerninternen Karriereleiter ist. Detecon hat rund 950 Mitarbeiter und setzt 185 Millionen Euro um. Die T-Berater arbeiten zwar auch für das eigene Haus, der Fokus liegt aber in der Beratung von anderen Firmen, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Mit Deprez’ Degradierung löst der Telekomvorstand allerdings auch ein anderes Problem: Der aktuelle Detecon-CEO Klaus Hofmann hat aus Sicht des Vorstands wenig glücklich agiert. Deprez, dessen Hauptwohnsitz in Belgien liegt, soll nun die Baustellen angehen, die Hofmann offenbar unbearbeitet ließ.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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  • Bei solchen Nachrichten ist wie immer das Faszinierende, daß in der Firma selbst niemand von solchen entscheidenden Änderungen und Einschnitten weiß, darauf vorbereitet wäre, oder solche kommuniziert würden. Natürlich kommen die "News" zuerst von außen, hier dem Handelsblatt. Interessante Entwicklung. Aber schade, und schädigend, wen dem tatsächlich so ist. Gut gemacht, Herr Obermann!

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