Vertrieb von Zeitungsanzeigen
Google versucht es offline

Online ist Google kaum zu schlagen. Der Suchmaschinen-Primus verdient Milliarden mit Werbung. Doch das reicht dem Unternehmen nicht. Es prüft den Einstieg in das Geschäft mit Zeitungsanzeigen. Ein erster Test ist angelaufen. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte sich Google aber eine blutige Nase geholt.

HB SAN FRANCISCO. In einer Testphase von drei Monaten könnten ausgewählte Google-Kunden über das Internet Annoncen in US-Tageszeitungen wie der „New York Times“ oder der „Washington Post“ buchen, sagte ein Google-Sprecher am Sonntag. Verlaufe der Test erfolgreich, werde das System allen Kunden angeboten. Dass Google Zeitungsanzeigen vermarkten will, hatte das Unternehmen bereits vor einiger Zeit angekündigt.

Zeitungen erhielten mit dem System einen neuen Vertriebsweg für ihr Anzeigengeschäft, warb Google. Derzeit läuft das Anzeigengeschäft schlecht. Besonders die Abkühlung auf dem US-Häusermarkt und Schwierigkeiten in der Automobilbranche machen den Blättern zu schaffen. Dazu kommen fallende Auflagen, weil sich immer mehr Leser im Internet informieren und nicht mehr zur Tageszeitung greifen.

Die Anzeigen können über eine Internet-Seite gebucht werden; dort können die Kunden auch das Layout für ihre Anzeige hochladen. Die Zeitungen behielten jedoch bei Inhalt und Preisen das letzte Wort, betonte der Google-Sprecher. In der Testphase soll der Zeitungsservice kostenlos sein, danach sei eine Provision fällig. Der größte Teil des Umsatzes komme den Zeitungen zugute, sagte der Google-Sprecher.

Im vergangenen Jahr hatte Google den Vertrieb von Zeitschriftenanzeigen getestet, stieß jedoch damit bei Kunden auf wenig Interesse.

Google hatte im harten Wettbewerb der Internet-Konzerne zuletzt Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit den Vorsprung zum Rivalen Yahoo ausgebaut. Das Unternehmen erwirtschaftet bisher den größten Teil seines Umsatzes mit Werbung im Internet, baut das Geschäft außerhalb des Datennetzes aber mit aller Kraft aus. So will Google Radio- und Videoanzeigen verkaufen. Auch Handys und andere Mobilfunkgeräte hat der Suchmaschinen-Primus im Visier. Hier werde momentan ein System für Textanzeigen entwickelt, hatte Vorstandschef Eric Schmidt Anfang Oktober gesagt. Mit einer Testversion, die in Japan eingesetzt werde, verdiene das Unternehmen bereits mehr Geld als mit Anzeigen im Internet. Doch auch Yahoo ist nicht untätig. Der Wettbewerber test in den USA und in Großbritannien ein Anzeigensystem für den Mobilfunk.

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