Vertriebschef sieht großes Potential
SAP gibt trotz der Finanzmarktkrise Banken als Kunden nicht verloren

SAP bleibt trotz der Finanzkrise optimistisch und sieht die Branche als Wachstumstreiber. Erst vor kurzem haben die Walldorfer den US-Riesen Bank of America als Kunden gewonnen. Auch die Commerzbank nutzt künftig SAP für ihre Kernbankprozesse.

FRANKFURT. Der Softwarekonzern SAP setzt trotz der aktuellen Krise auf die Finanzbranche als Wachstumstreiber. "Die Finanzindustrie ist und bleibt eine sehr wichtige Branche für uns", sagte Bill McDermott, seit Juli Vertriebschef des weltgrößten Firmensoftware-Anbieters, dem Handelsblatt. "Unser Geschäft im Finanzsektor ist im letzten Jahr um fast 40 Prozent gewachsen. Selbst Banken, die derzeit in Schwierigkeiten sind, investieren in SAP-Produkte", sagte McDermott.

So haben die Walldorfer vor kurzem den US-Riesen Bank of America als Kunden gewinnen können. Dieser wiederum übernimmt die strauchelnde Investmentbank Merrill Lynch. Auch die deutsche Commerzbank nutzt künftig SAP für ihre Kernbankprozesse.

Seit Tagen rätseln Investoren und Analysten darüber, wie stark Firmensoftware-Anbieter wie Oracle oder SAP von der Finanzkrise betroffen sind. Oracle hatte vor wenigen Tagen zwar gute Quartalszahlen geliefert. Im Bereich Anwendungssoftware, der direkt mit SAP konkurriert, ist der Umsatz mit neuen Softwarelizenzen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal allerdings um zwölf Prozent auf 331 Mill. Dollar gesunken. Oracle erzielt zwischen zehn und 15 Prozent des Umsatzes mit Banken.

Doch Vertriebschef McDermott warnt davor, diese Entwicklung auf SAP zu übertragen. "Unser Anteil im Finanzsektor ist nicht sehr groß, macht rund sechs Prozent des Umsatzes aus", sagte er. Zudem würden die meisten Kunden dieses Sektors nicht aus dem mit Problemen kämpfenden Investment-Banking stammen, sondern seien Institute mit starkem Standbein im Privatkundenbereich.

Analysten teilen diese Einschätzung. "SAPs Softwaregeschäft sollte nicht unmittelbar mit dem von Oracle verglichen werden, weil SAP derzeit eine bessere Wettbewerbsposition und ein geringeres Engagement in der Finanzindustrie hat", glaubt Henning Steinbrink von Oppenheim Research.

Entsprechend zuversichtlich gibt sich das SAP-Management. So bekräftigte Konzernchef Henning Kagermann gestern die Prognose für das Gesamtjahr. Danach soll der Umsatz mit Software und den dazugehörigen Dienstleistungen um zwölf bis 14 Prozent zulegen und die operative Marge das obere Ende der Bandbreite von 28,5 bis 29 Prozent erreichen.

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