Verzicht auf Fernsehsendung "Bild TV"
Springer legt sich für Pro Sieben Sat 1 krumm

Im Ringen um die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe setzt die Axel Springer AG alle Hebel in Gang. Einem Zeitungsbericht zufolge ist Springer inzwischen bereit, zahlreiche Zeitschriften zu verkaufen, „darunter sämtliche Fernseh- und Familienmagazine“.

HB POTSDAM. Der Springer-Verlag will offenbar mit massiven Zugeständnissen die Bedenken der Medienhüter zerstreuen. Vorstandschef Matthias Döpfner kündigte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) am Donnerstag ein Angebot für einen Fernsehbeirat zu unterbreiten.

Die Medienaufseher hatten ein solches Gremium mit weit reichenden Programmbefugnissen für ProSieben oder Sat.1 als Bedingung für ihre Zustimmung zu dem Geschäft genannt. Döpfner erklärte, ein solcher Beirat könne so genannte Cross-Promotion für Springers Zeitungen und Zeitschriften sowie für die Fernsehsender, verhindern. Das Gremium dürfe aber nicht die unternehmerische Verantwortung tragen, wie dies die KEK gefordert habe.

Döpfners Angaben zufolge wäre Springer auch bereit, einen Verzicht auf eine Fernsehsendung „Bild TV“ auf ProSieben oder Sat.1 rechtsverbindlich in den Lizenzen der Sender festzuschreiben. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben des Verlags an das Bundeskartellamt berichtet, ist Springer außerdem bereit, zahlreiche Zeitschriften zu verkaufen, „darunter sämtliche Fernseh- und Familienmagazine“, um die Bedenken der Kartell- und Medienbehörden gegen die geplante Übernahme zu entkräften. In dem Brief erkläre sich Springer bereit, mehr als 30 Titel abzugeben, um in den Zeitschriftenmärkten mehr Wettbewerb um Leser und Anzeigen zu ermöglichen, hieß es.

Auf der Verkaufsliste des Pressekonzerns sollen dem bislang unbestätigten Bericht zufolge weiter der Finanztitel „Euro“, das Männerblatt „Maxim“, die „Frau von Heute“, die Anzeigenzeitung „Berliner Wochenblatt“ sowie die Beteiligen an den Verlagen Jahr Top Special, Family Media und Cora stehen. Außerdem sei Springer breit, den Internet-Buchhandel buecher.de sowie die Anteile an drei lokalen TV-Stationen und an sechs privaten Radiosendern abzugeben. Eine offizielle Stellungnahme Springers zu dem Bericht gibt es am Abend aber nicht.

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