Verzögerter Quartalsbericht
Apple verärgert die Nasdaq

Wegen Unregelmäßigkeiten hat Apple die Veröffentlichung seines Quartalsberichts verschoben. Das brachte dem Computerkonzern umgehend eine Rüge der Nasdaq ein. Unregelmäßigkeiten in einem Mitarbeiter-Bonusprogramm könnten Apple dazu zwingen, alle Finanzberichte der vergangenen vier Jahre zu überarbeiten.

HB SAN FRANCISCO/NEW YORK. Das US-Computerunternehmen Apple hat die Veröffentlichung seines Quartalsberichts wegen Unregelmäßigkeiten verschoben und ist dafür von der US-Technologiebörse Nasdaq gerügt worden. Vertreter der Aktienbörse hätten dem Konzern mitgeteilt, dass Apple mit der Verschiebung nicht den Regeln für Nasdaq-notierte Unternehmen entsprochen habe, erklärte der Hersteller von iPod-Musikspielern und Mac-Computern am Freitag. Apple strebe nun eine Anhörung vor dem zuständigen Nasdaq-Gremium an, sagte eine Konzernsprecherin. Bis zu einer Entscheidung blieben die Aktien an der Technologiebörse gelistet. Die Apple-Aktien notierten zum Börsenschluss am Freitag in einem negativen Umfeld um rund 0,7 Prozent leichter bei 63,65 Dollar.

Die Computerfirma wolle ihre Zahlen für das dritte Quartal bis Anfang Juli möglichst zeitnah zu der angestrebten Anhörung vorlegen, erklärte die Apple-Sprecherin weiter. Dies könne allerdings erst nach Abschluss der Überprüfungen zu Aktienoptionsprogrammen für Mitarbeiter geschehen. Grund für die Verschiebung des Berichts waren Apple zufolge Unregelmäßigkeiten bei diesen Bonusprogrammen.

Angaben vom Freitag zufolge erwartet Apple, dass sich infolge dessen deutliche Veränderungen in den Zahlen für das dritte Quartal bis Anfang Juli ergeben. So werde im Vergleich zum Vorjahresquartal ein deutlicher Anstieg beim Umsatz sowie bei den Ausgaben erwartet. Apple muss voraussichtlich zusätzliche Kosten für die Optionen in seine Bilanzen aufnehmen. Genauere Prognosen seien nicht möglich, da frühere Vergleichszahlen derzeit überprüft würden, hieß es. Auch konkrete Angaben dazu, um welche Quartalsbilanzen es sich handelt, machte Apple nicht.

Apple hatte erklärt, dass möglicherweise alle seit dem 29. September 2002 vorgelegten Finanzberichte korrigiert werden müssten. Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derzeit bei mehr als 80 Firmen, ob die Unternehmen ihren Führungskräften Aktienoptionen zu manipulierten Preisen überließen.

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