Viacom und Ströer wollen Bahn-Außenwerbetochter DERG kaufen
Wettbewerb um Bahnreklame ist eröffnet

Der Wettlauf um die Deutsche Eisenbahnreklame (DERG) ist eröffnet. Bereits in wenigen Tagen startet das offizielle Bieterverfahren, heißt es in Branchenkreisen.

tel/hps FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der amerikanische Medienkonzern Viacom und der deutsche Konkurrent Ströer wollen die Werbetochter der Deutschen Bahn kaufen. „Wir möchten in den deutschen Außenwerbemarkt einsteigen und sind sehr an einer Übernahme der Deutschen Eisenbahnreklame interessiert“, sagte Tom Goddard, President und Chief Executive von Viacom Outdoor International, der Außenwerbesparte des Medienkonzerns, zu dem in Deutschland unter anderem die Videoclipsender MTV und Viva gehören. Auch Konkurrent Ströer hat Interesse. „Die Bahn-Tochter ist eine ideale Ergänzung unseres Portfolios. Unsere Strategie zielt darauf ab, die Flächenabdeckung weiter zu verbessern“, sagte Ströer-Vorstandschef Udo Müller bereits vor Monaten. Ströer ist bisher auf den Straßen präsent, aber nicht besonders stark in Wartezonen wie zum Beispiel Bahnhöfen. Erst im Herbst 2004 erwarben die Kölner das Unternehmen Infoscreen, Spezialist für elektronische U-Bahn-Werbung.

Die Deutsche Eisenbahnreklame (DERG) gilt als interessantes Übernahmeobjekt, vermarktet sie doch unter anderem Werbeflächen an 5 700 Bahnhöfen sowie in und an Zügen. Der Verkauf soll im Laufe des Sommers abgeschlossen sein, sagen Insider. Der Kaufpreis ist noch unklar. Nach den letzten verfügbaren Zahlen erzielte die DERG 2003 einen Bruttowerbeumsatz von 164 Mill. Euro und lag damit auf Platz drei hinter der Ströer-Gruppe und der Freund-Gruppe. Allerdings dürfte der Netto-Umsatz – also unter anderem abzüglich Rabatte – deutlich niedriger liegen.

Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte bereits im Dezember angekündigt, die Eisenbahnreklame im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft verkaufen zu wollen. Mehrere Außenwerbeunternehmen haben ihr Interesse signalisiert, neben Viacom und Ströer wollen auch die Berliner Wall AG und der europäische Marktführer JC Decaux die Bahntochter erwerben. Auch der amerikanische Außenwerber Clear Channel, weltweite Nummer eins der Branche, gilt in Branchenkreisen als Kaufinteressent.

Dass Viacom bisher nicht im deutschen Außenwerbemarkt präsent ist, verschlechtere die Position im Bieterwettbewerb nicht, sagt Goddard. Schließlich sei das Unternehmen auch in Großbritannien vor zehn Jahren bei Null gestartet und betreue mittlerweile die Werbung der zentralen Eisenbahngesellschaften, sowie der Londoner Untergrundbahn und 95 Prozent der Werbung an Bussen. Die Werbung der Londoner Underground ist allerdings gerade neu ausgeschrieben.

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