Video-Plattform Wie Youtube verbotene Inhalte löschen will

Immer wieder wurde Youtube vorgeworfen, zu wenig gegen extremistische und gewaltverherrlichende Inhalte zu tun. Jetzt wurden von Google neue Maßnahmen angekündigt. 10.000 Mitarbeiter sollen die Videos künftig sichten.
Update: 05.12.2017 - 09:44 Uhr Kommentieren
Youtube will verbotene Inhalte besser löschen Quelle: dpa
Mehr Mitarbeiter für Prüfung von Videoinhalten

Zuletzt wurde Druck von Werbekunden ausgeübt, deren Anzeigen neben extremistischen Videos erschienen.

(Foto: dpa)

Mountain ViewGoogles Videoplattform YouTube will nach massiver Kritik und politischem Druck härter gegen Gewalt und Extremismus vorgehen. Unter anderem werde die Zahl der Personen, die bei Google insgesamt Inhalte prüfen, im kommenden Jahr auf 10 000 erhöht, kündigte YouTube-Chefin Susan Wojcicki am Dienstag an. Zugleich komme verstärkt Googles Expertise bei künstlicher Intelligenz zum Einsatz: Das maschinelle Lernen helfe menschlichen Prüfern, fast fünf Mal mehr Videos zu entfernen. Seit Juni seien 150.000 Videos wegen gewalttätigem Extremismus gelöscht worden. Inzwischen würden 98 Prozent davon von den selbstlernenden Maschinen aufgespürt.

Das ermögliche es YouTube, solche Inhalte schneller zu löschen. Fast 70 Prozent davon seien binnen acht Stunden nach dem Hochladen entfernt worden und fast die Hälfte in zwei Stunden. Die Algorithmen hätten seit Juni ein Volumen an Videos abgearbeitet, für das es 180.000 Personen bei einer 40-Stunden-Woche gebraucht hätte.

Das sind die beliebtesten Youtuber
Die Superstars aus dem Netz
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Sie haben Millionen von Zuschauern, wenn sie in der realen Welt auftreten, füllen sie ganze Plätze und sorgen damit nicht selten für Polizeieinsätze: Youtube-Stars wie Bibi, Dagi Bee (im Bild) oder Die Lochis sind nicht nur bei ihren Fans beliebt, sondern auch bei Marken, die die jungen Stars nur zu gerne für ihre Sache gewinnen möchten.

Reich werden mit Netzvideos
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Einen Großteil ihrer Einnahmen machen Youtuber durch klickbare Werbung. Wird ein Video häufig angeschaut, erhält der Produzent einen Anteil der Einnahmen, die Youtube mit der Werbeschaltung macht. Auch Links in den Videos können Gewinne bringen: Wenn zum Beispiel ein Link zu einem Online-Shop gesetzt wird. Große Stars wie Bibi sind indes selbst eine Marke und verkaufen unter ihrem Namen eigene Produkte.

Reich werden mit Netzvideos
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Youtube-Stars wie Sami Slimani verdienen ihr Geld nicht nur mit Kooperationen. Der 27-Jährige entwickelte bereits eine eigene Modekollektion und veröffentlichte ein Buch. Das Berliner Onlineportal „Netzsieger.de“ hat ausgerechnet, wer zu den beliebtesten Youtubern gehört.

Platz 5: Kurz gesagt – In a Nutshell
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Laut „Netzsieger“ ist der erfolgreichste Wissenschafts-Kanal „Kurz gesagt – In a Nutshell“. Der erklärt in animierten Videos die unterschiedlichsten Themenbereiche: Von Genetic Engineering, über Technologie bis hin zum menschlichen Immunsystem. 2015 wurde zum Beispiel das Erklärvideo zur Flüchtlingskrise ein viraler Hit.

Platz 4: Kontor
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Hinter dem Kanal steht das Hamburger Musiklabel „Kontor Records“. Das hat Künstler wie „Gestört aber Geil“, DJ Antoine oder Armin van Buuren (im Bild) unter Vertrag.

Platz 3: BibisBeautyPalace
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Sie dürfte mittlerweile auch Menschen außerhalb der Generation Youtube ein Begriff sein: Bibi, alias Bianca Heinicke, hat über vier Millionen Abonnenten. Mit ihren Tipps zu Mode, Kosmetik und Lifestyle schafft sie es zwar nur auf den dritten Platz, ist aber deutlich die Nummer eins bei den Einnahmen, so „Netzsieger“: Sie soll mindestens 46.500 Euro bis zu 61.000€ monatlich verdienen.

Bibi, die Unternehmerin
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Sie macht nicht nur Geld mit ihrem Kanal: Ihre eigene Pflegelinie Bilou bescherte Drogeriemärkten in manchen Städten einen wahren Ansturm zum Verkaufsstart. Für ihren eigenen Song musste sich Bibi allerdings viel Spott gefallen lassen.

YouTube war in diesem Jahr unter Druck von Werbekunden gekommen, nachdem ihre Anzeigen im Umfeld extremistischer Videos landeten. Wojcicki kündigte nun „einen neuen Ansatz für Werbung auf YouTube“ an, damit „Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen“. Dazu solle es unter anderem mehr menschliche Kontrolle zusätzlich zu den Algorithmen geben und eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen.

In Deutschland greifen zudem ab Januar die Vorschriften des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetztes, das ein schnelles Löschen verbotener Inhalte wie Hass und Gewalt vorsieht.

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  • dpa
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