Videoplattform Google blockiert YouTube auf Amazon-Geräten

Der Streit zwischen YouTube und Amazon zieht zunehmend die Nutzer in Mitleidenschaft. Die Google-Videoplattform zieht ihre App nun auch von Amazons Fernsehbox Fire TV sowie dem Gerät Echo Show zurück.
Update: 06.12.2017 - 07:54 Uhr 1 Kommentar
Google blockiert YouTube auf Amazon-Geräten Quelle: AP
USA

Amazon Fire TV ohne Youtube - Google zieht seine Videoplattform von Amazon-Geräten zurück.

(Foto: AP)

San FranciscoGoogle macht sein beliebtes Videoportal YouTube unzugänglich für die Amazon-Geräte Fire TV und Echo Show. Der Dienst werde blockiert, weil es an Gegenseitigkeit im Umgang mit den Produkten des jeweils anderen fehle, teilte Google am Dienstag (Ortszeit) in einer Stellungnahme mit. Hintergrund des Streits ist Amazons Weigerung, Google-Produkte zu verkaufen, die im Wettbewerb mit Amazon-Geräten stehen. Darunter fällt beispielsweise Googles Streamingdienst-Adapter Chromecast als Alternative zu Fire TV.

Die Auseinandersetzung wirft ein Licht auf die Macht, die die größten Technologiekonzerne der Welt mittlerweile in Handel und Kommunikation haben. Für Konsumenten könnte der Streit bedeutende Auswirkungen haben. Als größter Onlinehändler hat Amazon starken Einfluss darauf, was Kunden kaufen. Die Suchmaschine und entsprechende Ergebnisse von Google dagegen helfen Kunden bei der Entscheidung, was sie off- und online tun.

Neben Chromecast ist auch Home betroffen, Googles Smart-Home-Lautsprecher und Konkurrent von Amazons Marktführer Echo. Konsumenten können das Gerät nicht bei Amazon bekommen. Der Onlinehändler reagierte zunächst nicht auf die Bitte um einen Kommentar.

Google will erreichen, dass seine Produkte doch auf der Plattform des Onlinehändlers angeboten werden. Falls keine Lösung des Konflikts zustande kommt, wird YouTube ab dem 1. Januar nicht mehr auf Fire TV abspielbar sein. Von Echo Show sollte die Plattform bereits am Dienstag verschwinden. In Auseinandersetzungen zuvor hatte Amazon aber Wege gefunden, nicht-autorisierte YouTube-Versionen zugänglich zu machen.

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Die großen Anbieter
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Amazon Prime oder Netflix sind wohl mit die bekanntesten Anbieter von Video-on-Demand (VoD, Video auf Abruf). Und die entwickeln sich prächtig – zeigt eine Erhebung des Online-Portals „Netzsieger“. Machten die Anbieter 2016 einen Umsatz von 801 Millionen Euro, soll der 2017 noch einmal weiter wachsen: Auf bis zu 945 Millionen Euro. Wer davon am meisten profitiert.

Quelle: Netzsieger

Platz 9: Select Video
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Das Video-on-Demand-Angebot der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland liegt auf einem geteilten neunten Platz im Ranking. Der Zugang zum Dienst ist speziell auf Kunden von Vodafone Kabel Deutschland zugeschnitten, die kriegen den Zugang zum Portal bei Vertragsabschluss gratis oben drauf. Ähnlich wie beim ungleich erfolgreicheren Amazon Prime gibt es in der digitalen Videothek dann sowohl kostenfreie als auch -pflichtige Angebote. Bisher schafft es der Netzanbieter aber nur auf zwei Prozent Marktanteil.

Platz 9: Unitymedia
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Auch den anderen neunten Platz nimmt ein Kabelnetzbetreiber ein. VoD-Optionen bietet Unitymedia dabei sowohl über die Unitymedia Videothek, als auch über Kooperationen mit dem Pay-TV-Sender Sky und der Video-Plattform Maxdome an. Der Marktanteil: Ebenfalls zwei Prozent.

Platz 7: Watchever
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Gute Kritiken, ein breites Offline-Programm, Werbung bei „Bild“ und mit Til Schweiger: All das konnte Watchever, dem VoD-Dienst des größten französischen Medienkonzerns Vivendi, nicht retten. Ende 2016 wurde der hoch-defizitäre Dienst, der nur auf drei Prozent Marktanteil kam, eingestellt. Auch zu den angekündigten Eigenproduktionen für das Portal kam es nie.

Platz 7: Videoload
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Ebenfalls auf gerade einmal drei Prozent Marktanteil kommt Videoload – dabei ist das wenig bekannte Portal immerhin das VoD-Angebot der Deutschen Telekom. Das exklusiv in Deutschland verfügbare Angebot arbeitet anders als viele Konkurrenten ohne Abo-Funktion, stattdessen können über das Portal Serien und Filme geliehen oder gekauft werden.

Platz 6: iTunes
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iTunes gehört mit rund acht Prozent Marktanteil zu den beliebtesten VoD-Anbietern Deutschlands – der Apple-Dienst landet damit auf Platz sechs. Auf der Plattform können Filme sowohl gekauft, als auch ausgeliehen werden. Auch Serien bietet iTunes seinen Nutzern an.

Platz 5: Google Play
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Auch Tech-Gigant Alphabet bietet eine eigene Plattform für Medieninhalte: Mit zehn Prozent Marktanteil landet der Google-Dienst auf Platz 5. Zu den Verlierern des Erfolgs der Anbieter von Video-on-Demand gehören vor allem Deutschlands Videotheken: Laut Netzsieger gab es hierzulande 2016 gerade einmal noch 933 Videotheken. Auch die Kinobesucher würden weniger: So reduzierte sich die Zahl der verkauften Kinotickets von 2003 bis 2016 um 32 Millionen.

Die Streitigkeiten zwischen Google und Amazon bestehen bereits seit mehreren Jahren, der Wettbewerb nahm stetig zu. Eines der ersten sichtbaren Widrigkeiten war Amazons Entscheidung, die Google-Software Android für mobile Geräte für seine E-Book-Reader neu zu entwickeln. Vor zwei Jahren verbannte Amazon Chromecast aus seinem Verkaufsangebot, obwohl der Streaming-Adapter zu den am meisten verkauften Elektrogeräten gehörte.

US-Internetprovider verhöhnten die Auseinandersetzung indes. Sie verwiesen auf die Vorschriften zur Netzneutralität. Der Chef des Telekommunikationsanbieters USTelecom, Jonathan Spalter, sagte, Provider fühlten sich dazu verpflichtet, dass kein Inhalt blockiert oder beschnitten werden. „Es sieht so aus, also ob die größten Internetkonzerne nicht das Gleiche sagen könnten. Wie ironisch, oder?“

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1 Kommentar zu "Videoplattform: Google blockiert YouTube auf Amazon-Geräten"

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  • Lustig wird es, wenn Google Amazon Angebote nicht mehr listet und Android nur noch ohne Amazon- Apps lauffähig ist .... wenn der Staat den Zugang zu Information schon komplett Privaten überlässt, muss er wenigstens bestimmte Mindestregeln durchsetzen.

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