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Google riskiert viel mit Youtube-Kauf

Der erfolgreiche Suchmaschinen-Spezialist Google kauft sich mit einem Paukenschlag in das rasant wachsende Geschäft der Betreiber von Internet-Videos ein. Google zahlt 1,65 Mrd. Dollar in Aktien für ein Unternehmen, das kaum länger als ein Jahr im Geschäft ist und derzeit gerade mal 67 Mitarbeiter beschäftigt: Das Silicon-Valley-Start-up Youtube.com. Das Geschäft ist riskant.

NEW YORK. Das Geschäft mit Online-Videos hat sich aber derart rasch ausgebreitet, dass Analysten und Finanzmärkte Sinn in dem Milliardendeal erkennen: Bis Börsenschluss legten Google-Aktien am Montag im Zuge der Übernahmespekulationen 2,2 Prozent auf knapp 430 Dollar zu. „Youtube ist durchgestartet wie einst Ebay und Myspace und hat sich eine Führungsposition im Video-Markt gesichert, die für Wettbewerber kaum mehr einzuholen ist“, sagte Phil Leigh von Inside Digital Media.

Youtube wurde im Februar 2005 von drei früheren Ebay-Mitarbeitern gegründet. Schnell entwickelte sich die Web-Site zur weltweit gefragten Plattform für selbstgedrehte Urlaubsfilme, Propaganda- und Musikvideos. Ein Erfolgsrezept basiert darauf, dass sich Filme auf Youtube ohne Installation einer speziellen Software anschauen lassen. Inzwischen wird dieses so genannte „soziale Netzwerk“ täglich mit rund 65 000 neuen Filmen gefüttert; und die Youtube-Seite verzeichnet bereits mehr als 100 Millionen Besucher pro Tag. Die Internet-Marktforschungsfirma Hitwise berechnete den Marktanteil des Portals im Web-Videomarkt zuletzt auf 47 Prozent. Damit liegt Youtube deutlich vor den Konkurrenten Myspace (22 Prozent) und Google Video (11 Prozent).

Im vergangenen Jahr hatte Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. bereits das auf Jugendliche zugeschnittene Online-Forum Myspace für 580 Mill. Dollar übernommen. Analysten taxieren den aktuellen Marktwert von Myspace ebenfalls auf mehr als 1 Mrd. Dollar.

Rechtliche Fallstricke

Kritiker halten den Kauf von Youtube für durchaus riskant, weil Youtubes Attraktivität vor allem auf vielen urheberrechtlich geschützten Inhalten basiert. Das neue Duo Google/Youtube hat jedoch im Vorfeld einige Hindernisse aus dem Weg räumen können. Sowohl der Suchmaschinen-Betreiber als auch das Video-Portal von Mitgründer Chad Hurley (29) gaben am Montag fast im Minutentakt neue Partnerschaften mit großen Medienfirmen bekannt. Branchenbeobachter sahen darin eine Vorbereitung für den großen Internet-Deal, der teure Gerichtsprozesse mit Plattenfirmen und Fernsehsendern verhindern soll.

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