Videospiel-Branche
Möge die Macht mit euch sein

Eine Branche im Aufruhr. In der Videospiel-Industrie vollzieht sich ein fundamentaler Wandel, der die großen Anbieter wie Electronic Arts oder Nintendo mit voller Wucht trifft. Ihr Pluspunkt: ihre bekannten Marken.
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San FranciscoDie Macht ist offenbar derzeit nicht mit Electronic Arts: Ein unerwarteter Absturz bei den Abonnentenzahlen des Online-Spiels und Hoffnungsträgers „Star Wars: The Old Republic“ überschattet die Vorlage von besser als erwarteten Quartalszahlen. Nur noch 1,3 Millionen aktive Abonnenten zählte Ende April das Online-Multiplayer-Rollenspiel, das fast 100 Millionen Dollar gekostet und rund sechs Jahre Entwicklungszeit verschlungen hat. Zu Beginn, Anfang 2012 waren es 1,7 Millionen, Ende März dann 1,6 Millionen und nun das.

Der Start eines nicht namentlich genannten, aber „bedeutenden“ neuen Spiels werde zudem aus Kostengründen von 2013 auf 2014 oder später verschoben. Ein Grund, warum der Umsatz mit geschätzten 4,3 Milliarden Dollar im laufenden Finanzjahr unter dem Vorjahr bleiben werde, so Interim-Finanzchef Ken Baker. Der Aktienkurs sackte um bis zu zehn Prozent durch und hat sich bis Donnerstag nur teilweise von den Verlusten erholen können. Eine gemeldete Gewinnverdopplung dank boomender Verkäufe des Blockbusters „Mass Effect 3“ im Quartal half da nicht mehr.

Eine ganze Branche befindet sich auf dem Weg ins Internet und auf mobile Endgeräte und Electronic Arts ist ein Paradebeispiel für den schwierigen Wandlungsprozess. Die Horrormeldungen nehmen kein Ende. Die Playstation-Sparte von Sony meldet einen riesigen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar für das Finanzjahr Ende März 2012.

Die Marktforscher von NPD Group melden für März einen Umsatzeinbruch bei Videospielen und -konsolen um 25 Prozent in den USA auf 1,1 Milliarden Dollar, Microsoft verkaufte im Quartal nur noch halb so viele Xbox-Konsolen wie im Jahr zuvor, Nintendo meldet einen Rekordverlust, weil sich seine Wii-Konsole nicht mehr gut verkauft und Smartphones und Tablets die tragbare Konsole Nintendo DS genau so abhängen wie Sonys PSP.

Auch EA spürt den Druck, werden weniger Konsolen verkauft, sinkt die Nachfrage nach Spielen. 2009 noch weltgrößtes Spieleunternehmen lag das typische EA-Spiel im Ladenregal auf DVD in einer Pappschachtel. Der digitale Umsatz, meist Mobiltelefonspiele, machte gerade mal zehn Prozent des Umsatzes aus. Heute ist EA nur noch die Nummer zwei hinter Activision-Blizzard, die mit ihrem Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ über zehn Millionen Abonnenten anziehen konnten, und „Star Wars“ kann nicht aufholen.

Kommentare zu " Videospiel-Branche: Möge die Macht mit euch sein"

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  • <ironie>Die Piraten sind immer schuld, und natürlich bitte nicht den Handel mit Gebrauchtspielen vergessen! </ironie>
    Ernsthaft: Raubkopieren ist ein Problem für die Branche. Aber den Niedergang der Umsätze hauptsächlich daran oder dem Handel mit Gebrauchtspielen festmachen zu wollen, ist doch etwas weit hergeholt. Wird aber immer wieder gerne versucht. Wir sehen einen fundamentalen Shift.

  • Die Piraten sind schuld!! Sie schätzen unser Urheberrecht nicht!!
    </ironie>

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