Videospielehersteller: Nintendo ist der neue Videospiel-Champ

Videospielehersteller
Nintendo ist der neue Videospiel-Champ

Knockout, der Videospielehersteller Nintendo hat es geschafft und den Konkurrenten Sony abgehängt. Im Gegensatz zu Sony konnte die große alte Dame der Videospielindustrie beim Absatz dermaßen zulegen, dass am Ende ein Rekordgewinn in den Büchern steht. Keine Frage: Der neue Champ heißt: Nintendo. Sony muss Wunden lecken.

TOKIO. Der japanische Videospielehersteller Nintendo erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von knapp zwei Mrd. Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Kyoto teilte gestern mit, für die zwölf Monate bis Ende März eine Absatzsteigerung von neun Prozent zu erwarten. Dieser Wert liegt zwar unter der Vorhersage vom vergangenen Jahr. Der Grund für die Abwärtskorrektur ist jedoch ausschließlich der Wertgewinn der japanischen Währung. Auslandsumsätze sind daher in Japan derzeit weniger wert.

Die Spielkonsolen Wii und Nintendo DS verkaufen sich jedoch sowohl in den USA als auch in Europa trotz Krise gut. In Japan konnte Nintendo erneut leicht zulegen. „Der Absatz der Wii im Weihnachtsgeschäft in Japan lag zwar unter unseren Erwartungen, aber die Nachfrage ist grundsätzlich ungebrochen“, sagte Firmenpräsident Satoru Iwata. Dem Unternehmen gelingt es weiterhin, neue Käuferschichten jenseits der männlich-jugendlichen Computerspielszene anzusprechen, notieren Analysten.

Zeitgleich legte der Elektrokonzern Sony 600 Kilometer entfernt in Tokio rote Zahlen vor. Sonys Playstation-Produktreihe steht in Konkurrenz zu Nintendo. Der Absatz des Flaggschiffs Playstation 3 ging im Quartal von Oktober bis Dezember um neun Prozent zurück. Der Absatz der Spielesparte fiel um knapp 33 Prozent, deren Gewinn um 97 Prozent. Einziger Lichtblick waren die Verkaufszahlen der Spiele selbst, also der Software. Nachdem die Sparte lange nicht genug attraktive Titel anbieten konnte, ging der Umsatz jetzt dank zahlreicher Neuveröffentlichungen um 60 Prozent rauf. Fürs Gesamtjahr erwartet der Sony-Konzern einen Nettoverlust von 150 Mrd. Yen (1,3 Mrd. Euro).

Bei Nintendo dagegen soll der operative Gewinn mit 530 Mrd. Yen (4,5 Mrd. Euro) auf einen neuen Rekord klettern. Selbst im Krisenmarkt USA konnte das Unternehmen mehr Spielkonsolen verkaufen als die Hauptkonkurrenten Sony und Microsoft zusammen. Von einer „scheinbar unaufhaltsamen Nachfrage“ sprechen Analysten des japanischen Wertpapierhauses KBC. Der Videospielemarkt erweise sich als zumindest teilweise als „rezessionssicher“.

Die gesamte japanische Exportindustrie leidet jedoch schwer unter der Aufwertung des Yen. Der Kurs der japanischen Währung zum Euro ist seit vergangenem Sommer um 40 Prozent gestiegen. Sony macht weniger als ein Fünftel seines Umsatzes in Japan, weist aber für die Bilanzierung das gesamte Ergebnis in Yen aus. Nintendo geht von einem Abschlag von 200 Mrd. Yen für das laufende Geschäftsjahr wegen der Schwankungen an den Devisenmärkten aus.

Doch Sony ist – anders als Nintendo – zusätzlich von einer Absatzkrise für Unterhaltungselektronik getroffen. Die Kunden wandten sich auf der ganzen Linie vom Sortiment des Walkman-Herstellers ab und ließen Flachfernseher, Audioanlagen, tragbare Musikspieler oder Kameras in den Läden. Sie sahen sich trotz des neuen James-Bond-Filmes sogar weniger Kinostreifen von Sony Pictures an. Mit dem Problem der Kaufverweigerung von Konsumenten, die geringere Einkommen beziehen, zumindest aber verunsichert sind, hat die gesamte Branche zu kämpfen. Industriekreisen in Tokio zufolge wird sogar der gut organisierte Großkonzern Panasonic am Ende des Geschäftsjahrs noch einen Verlust in der Größenordnung von 100 Mrd. Yen ausweisen. Die gesamte Branche außer Nintendo spart und schrumpft. Panasonic will beispielsweise zwei von drei Komponentenfabriken in Malaysia schließen lassen. Sony gab gestern bekannt, den geplanten Ankauf großer Stückzahlen von Flüssigkristallanzeigen vom Kooperationspartner Sharp zu verschieben.

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