Viel Wachstum, wenig Gewinn Das Geschäft mit der Cloud

Cloud-Dienste, die Speicher, Rechenleistung und Software direkt aus dem Internet bieten, sind auf dem Vormarsch. Doch die Anbieter liefern sich einen hartnäckigen Preiskampf, der letztlich die Gewinne deutlich drückt.
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Die Anbieter liefern sich einen massiven Preiswettbewerb – das macht es schwer, Gewinn einzufahren. Es droht die Gefahr, dass Cloud-Dienste zur Massenware werden. Quelle: dpa
Cloud-Dienste

Die Anbieter liefern sich einen massiven Preiswettbewerb – das macht es schwer, Gewinn einzufahren. Es droht die Gefahr, dass Cloud-Dienste zur Massenware werden.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDie Tech-Branche ist im Wettlauf um das große Geschäft der Zukunft, die Cloud. Die sprichwörtliche Datenwolke erfasst viele Unternehmen: Softwarefirmen, Anbieter von Speicherplatz im Netz sowie nicht zuletzt die Hardwarehersteller.

Mit immer schnelleren Internetleitungen wandern immer mehr Daten auf zentrale Rechenfarmen und Speicher im Netz. Doch mit Cloud-Diensten Geld zu verdienen, ist nicht einfach. Das Geschäft wächst zwar rasant, aber die Preise stehen im heftigen Wettbewerb massiv unter Druck.

So können Sie Ihre Daten online abspeichern
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Dropbox

Die Online-Festplatte Dropbox bietet gratis zwei Gigabyte Speicherplatz an. Wer mehr Platz braucht, kann für monatlich 9,99 bis 41,60 US-Dollar zwischen 100 und 500 Gigabyte hinzubuchen. Außerdem können sich Nutzer noch kostenlos ein paar Megabyte dazu verdienen – etwa für eine Empfehlung an Freunden. Für eine positive Twitter-Nachricht gibt es etwa einen Bonus von 125 Megabyte.
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Google Drive

Bis zu 15 Gigabyte kostenlos lassen sich auf „Google Drive“ ablegen. Zusätzlicher Platz kostet monatlich zwischen 4,99 und 799,99 US-Dollar. Dafür gibt es dann auch bis zu 16 Gigabyte Speicher.

Es bringt allerlei Bequemlichkeiten mit sich, dass die Online-Festplatte zum Google-Netzwerk gehört. Sie ist mit Angeboten, wie Google Docs, Google Mail und Google Plus verknüpft. Dies sorgt dafür, dass verschiedene Menschen an verschiedenen Rechnern gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können.
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Telekom Mediencenter

25 Gratis-Gigabyte erhalten Nutzer im Mediencenter der Deutschen Telekom. Dort abgespeicherte Bilder lassen sich bearbeiten und als Abzüge bestellen. Im Telekom Musik Shop gekaufte MP3-Dateien landen direkt auf der Online-Festplatte.
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Microsoft Sky Drive

Sieben Gigabyte Gratis-Speicher bietet Microsofts Cloud-Dienst Sky Drive. Für jährlich acht Euro gibt es nochmals 20 Gigabyte drauf. Ähnlich, wie sich bei Google Drive Vorteile durch die Verzahnung mit dem Google-Netzwerk ergeben, genießen auch Windows-Nutzer Vorteile. Die Daten werden automatisch abgeglichen – wer ein Gerät mit Windows 8 oder Windows RT kauft, muss ich nur einmal anmelden und alle Daten sind schon da. Mit Microsoft Office lassen sich Dateien von überall aus bearbeiten.
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Amazon Cloud Drive

Das Online-Kaufhaus Amazon bietet mit seinem Dienst „Cloud Drive“ fünf Gigabyte freien Speicherplatz. Bei Amazon erworbene MP3-Dateien werden direkt auf der Online-Festplatte abgelegt.
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HiDrive

Der Cloud-Dienst HiDrive wird vom Berliner Unternehmen Strato Angeboten. Mit Rechenzentren in Berlin (Foto) und Karlsruhe sind die Daten unter deutscher Rechtslage verstaut. Das ist wichtig für Nutzer, die befürchten, dass ihre Daten von amerikanischen Geheimdiensten, wie der NSA, ausspioniert werden könnten.

Strato bietet fünf Gigabyte gratis, 100 Gigagbyte für monatlich 6,90 Euro und 500 Ggigabyte für monatlich 14,90 Euro. Bei den Bezahldienste gibt es etwa einen E-Mail-Upload. In der teuersten Kategorie lassen sich fünf verschieden Benutzerkonten anlegen.
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Apple iCloud

Apple-Nutzer profitieren vom Dienst iCloud, der die Daten auf allen Apple-Geräten – von Mac über iPhone bis iPad – synchronisiert. Sie bringt außerdem ganz nützliche Funktionen mit, die nichts mit Datenverwaltung zu tun haben: Geht ein iPhone verloren, lässt es sich per iCloud wiederfinden. Mit dem sogenannten „Schlüsselbund“ lassen sich die zahlreichen Kennwörter eines Nutzers auf verschiedenen Internetseiten verwalten. Ein Kennwort-Generator hilft dabei, neue knifflige Kennwörter zu erstellen, die der Apple-Webbrowser Safari bei der jeweiligen Anmeldung automatisch ausfüllt.

Fünf Gigabyte gibt es gratis. Diese lassen sich auf bis zu 55 Gigabyte für 80 Euro jährlich aufstocken.
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Der IT-Marktforscher Gartner rechnet in diesem Jahr mit einem 176 Milliarden Dollar (162 Milliarden Euro) schweren Cloud-Geschäft. In zwei Jahren soll der Markt gar auf rund 240 Milliarden anschwellen.

Kein Wunder also, dass sich etwa Europas größter Softwarehersteller SAP seit geraumer Zeit viel Mühe gibt, über das Internet Software zu verkaufen, die aus seinen Rechenzentren heraus läuft.

Es ist die Hoffnung auf Einsparungen, die die Kundschaft der Cloud-Anbieter in die Wolke zieht. Die Rechnung geht so: Übers Netz können nahezu beliebig viele Kunden ein Angebot nutzen.

Zusätzliche Kosten fallen kaum noch an – im Gegenteil: Die vorhandenen Investitionsausgaben verteilen sich auf mehr Schultern. Am Ende sinken die Kosten für Computer und Software drastisch. Das kommt etwa in der Industrie gut an.
Doch für die Anbieter der Cloud birgt die Wolke ein Problem: Noch ist nämlich überhaupt nicht klar, wie gut sich Geld sich mit der Rechenpower und dem Speicherplatz im Netz verdienen lässt.

Branchenexperten wie Brice Prunas von der französischen Investmentbank Exane BNP zweifeln nach wie vor auch bei großen Playern am Erfolg des Geschäftsmodells: Er bleibe dabei, dass „das Cloud-Geschäft langfristig ein weniger attraktives Geschäftsmodell sein wird als fest installierte Software“, schrieb der Analyst in einer Branchenanalyse bezüglich SAP.

Effektiver Preiswettbewerb
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