Viele Erlösquellen
Zeitungsverlage profitieren vom Aufschwung

Die deutschen Zeitungen haben im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von etwas über einem Prozent erzielt. Da auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres das Anzeigenvolumen weiter angestieg, blicken die Verleger optimistisch in die Zukunft. Sorgen bereitet den Unternehmen jedoch die wachsende Online-Konkurrenz.

HB BERLIN. Die deutschen Zeitungsverleger blicken angesichts der anziehenden Konjunktur optimistisch in die Zukunft, sehen aber ihr künftiges Geschäft durch die zunehmenden Online-Aktivitäten von ARD und ZDF bedroht. Der Umsatz sei 2006 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 9,14 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag in Berlin mit. Bei rückläufigen Auflagen habe das Anzeigen- und Beilagengeschäft um 1,3 Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr zugelegt.

Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg das Anzeigenvolumen um drei Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Allein die Stellenanzeigen legten um 33 Prozent zu. Auch die Geschäftsanzeigen, die etwa die Hälfte des Gesamtvolumens ausmachen, nahmen um 2,4 Prozent zu. Die 352 deutschen Tageszeitungen erreichten 77 Prozent der Menschen über 14 Jahren und seien damit das Medium Nummer eins, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

Allerdings ist die Auflage der Blätter weiterhin rückläufig. Im ersten Quartal 2007 verkauften die Zeitungen 2,1 Prozent weniger Exemplare als im Vorjahreszeitraum und kamen auf täglich 20,84 Millionen Stück.

„Die Zeitungen müssen sich künftig aus vielen Erlösquellen finanzieren“, sagte Wolff. Dafür sei ein fairer Wettbewerb notwendig, der von ARD und ZDF mit ihren Internet-Aktivitäten über den Auftrag zur Grundversorgung hinaus behindert werde. Dank der Rundfunkgebühren könnten die Sender Online-Spiele, Verbraucher-Empfehlungen und Partnerschaftsbörsen kostenlos anbieten.

Auch die zunehmenden Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen im Lokaljournalismus kämen einer „Enteignung“ der Verlage gleich. „Hier werden Fakten im toten Winkel“ geschaffen, ARD und ZDF entglitten der öffentlichen Kontrolle, sagte BDZV-Geschäftsführer Hans-Joachim Fuhrmann.

Auch die Briefzustellung wird für die Zeitungshäuser immer wichtiger. Der BDZV erwartet, dass die Bundesregierung die vollständige Liberalisierung des Postmarkts tatsächlich auch am 1. Januar 2008 umsetzt. Dann müsse auch das Steuerprivileg der Deutschen Post AG fallen, der bei einem Marktanteil von 90 Prozent keine Umsatzsteuer zahlen müsse.

Auf dem Zeitungsmarkt haben sich die Unterschiede zwischen Ost und West verschärft. Während die westdeutschen Blätter bei ihrem Geschäft um 1,9 Prozent zulegten, sanken die Erlöse im Osten um 1,6 Prozent. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Auflagen. Während die überregionalen Blätter im ersten Quartal 2007 relativ stabil blieben (minus 0,7 Prozent), mussten die Kaufzeitungen mehr als drei Prozent Auflagenverlust hinnehmen. Die regionalen Abonnentenzeitungen büßten 1,9 Prozent ein.

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