Virenschutz
Microsoft bietet kostenlose Lösungen für Kleinbetriebe

Der Preiskampf im Virenschutzmarkt weitet sich auf Unternehmen aus. Microsoft bietet seine Echtzeitlösung "Security Essentials” ab sofort Betrieben mit bis zu zehn Computern umsonst an. Der Schritt kommt nur Wochen, nachdem Intel die Übernahme des Virenspezialisten McAfee für rund acht Mrd. Dollar angekündigt hat.
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SEATTLE. Bisher durften nur Privathaushalte, nicht ganze Unternehmen Viren-Tools umsonst nutzen. Schädlingsbekämpfer wie Avira, McAfee, Norton oder auch Essentials gewährten freie Einzelplatzlizenzen, um das Vertrauen der Nutzer am Privat-PC zu gewinnen. Diese werden dann schon, so die Hoffnung, die Lösung auch auf ihren Firmenrechner haben wollen.



Das wird auf Dauer aber wohl zu wenig sein, fürchtet Microsoft, wenn Intel erst einmal damit anfängt, McAfee-Produkte optimal auf seine Prozessoren auszurichten. Intels Virensoftware würde dan irgendwann so wie heute Treiber-Software direkt mit Rechnern und Prozessoren im Einzelhandel ausgeliefert. Intel-Rechner stellen die überwältigende Masse der Infrastruktur in Unternehmen und auch Server-Zentren. Dabei sieht sich Microsoft noch einem zweiten Gegner gegenüber: Der Netzwerkausrüster Cisco baut bereits seit Jahren langsam, aber konstant seinen Security-Softwarebereich aus. Irgendwann steht Microsoft einer Welt aus sicherheitsoptimierter Hardware und sicherheitsoptimierten Netzwerken gegenüber. Das Problem dabei: Im Security-Softwarebereich gilt oft die "Highlander-Lösung": Es kann nur einen geben. Mehrere installierte Virenjäger blockieren sich oft gegenseitig.

Vor diesem Hintergrund versucht der weltgrößte Softwarekonzern jetzt, die installierte Basis seiner Sicherheitslösung deutlich schneller im Unternehmensbereich zu vergrößern. Die Erwartung auch hier: Wer die Software einmal betreibt und einen elften Arbeitsplatz-Computer kauft, wird dann nicht so einfach alles wieder gegen McAfee & Co austauschen.

Microsoft Security Essentials sucht, vergleichbar mit den Konkurrenzprodukten, in Echtzeit Viren, Würmer und andere Schadsoftware. Einmal installiert, kontrolliert ein regelmäßiger Virenscan alle heruntergeladenen Daten und E-Mail-Anhänge, alle laufenden Prozesse sowie alle Dateien, auf die zugegriffen wird. Die Überwachung des Systems erfolgt in Echtzeit und läuft im Hintergrund. Wurde ein Schädling gefunden, entfernt die Software diesen von der Festplatte.

Mit Hilfe des so genannten Dynamic Signature Services werden bei Microsoft Dateien, die verdächtige Aktivitäten aufweisen, an einen Server gesandt. Ist dort bereits etwas über diese Datei bekannt, wird der Nutzer darüber informiert.

Die Software für Windows XP, Vista und Windows 7 steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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