Vivendi
Galaktischer Konzern

Der französische Medien- und Telekomkonzern Vivendi versucht, ins für die Medien immer wichtiger werdende DSL-Geschäft vorzustoßen. Und die schlauen Franzosen haben gute Chancen, über die Filiale Neuf-Cegetel die französische Tochter der Deutschen Telekom, Club Internet, zu erwerben.

PARIS. Auf den ersten Blick hat die Transaktion eine klare Logik: Mit der rund 300 Millionen Euro schweren Club Internet würde die Vivendi-Filiale Neuf-Cegetel zur klaren Nummer zwei im Markt mit schellen Web-Anschlüssen über DSL-Technik werden, hinter France Telecom.

Doch hinter diesem möglichen Zukauf verbirgt sich mehr: Der Deal zeugt von der Absicht Vivendis, alle Stufen der Wertschöpfung im Mediengeschäft inklusive dem Vertrieb über DSL-Anschlüsse unter seine Kontrolle zu bringen. Auf diese Weise kann Vivendi seine ohnehin schon starke Stellung im französischen Pay-TV-Sektor weiter ausbauen.

Die schlauen Franzosen versuchen gerade auf mehreren Kanälen, ins für die Medien immer wichtiger werdende DSL-Geschäft vorzustoßen. Vivendis Mobilfunk-Tochter SFR will bekanntlich von Tele2 die französischen Festnetzaktivitäten übernehmen. Sollte nun via Neuf, die zwar nicht mehrheitlich zu Vivendi gehört, bei der Vivendi aber größter Einzelaktionär ist, noch Club Internet zur Konzern-Galaxie dazu stoßen, stiege Vivendis Macht im DSL-Vertrieb von Fernseh-Inhalten. Schon der Tele2-Deal hat die Wettbewerbshüter in Brüssel auf den Plan gerufen.

Denn es sind hauptsächlich in Frankreich die DSL-Anbieter wie Free und Club Internet, die mit ihrem TV-Angebot über das Internet (so genanntes Triple Play: Telefon, TV und Internet über einen Anschluss) dem Bezahlfernseh-Monopol von Vivendi noch Konkurrenz machen.

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