Vodafone: Wenn nichts mehr geht

Vodafone
Wenn nichts mehr geht

Die Smartphones und Handys tausender Vodafone-Kunden blieben am Mittwoch zeitweise stumm. Warum das auch bei anderen Anbietern immer wieder passiert – und wann Kunden Anspruch auf Schadensersatz haben.

DüsseldorfSchuld sein soll eine Datenbank in Essen. Technischer Ausfall, erklärte ein Vodafone-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen gehe aber davon aus, dass die Störung im Laufe des Tages behoben werden könne. Techniker würden mit Hochdruck an der Behebung arbeiten, sagte er und fügt hinzu: „Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns bei unseren Kunden entschuldigen.“

Diese Unannehmlichkeiten stellten sich bei den Nutzern folgendermaßen dar: Rund 400.000 konnten nur eingeschränkt telefonieren, surfen oder SMS verschicken. Laut Unternehmen bekommen die Betroffene zum Teil auch Fehlermeldungen wie „Kein Netz“ oder „Nicht im Netzwerk registriert“ angezeigt. Von der Störung waren auch Kunden von 1&1 betroffen. Der Mobilfunkanbieter bietet Verträge für das Netz von Vodafone an.

Vodafone befindet sich mit der Störung in guter Gesellschaft. Auch bei den Wettbewerbern war es in der jüngerer Vergangenheit zu großflächigen Ausfällen gekommen. Kunden der Deutschen Telekom in ganz Deutschland konnten Anfang Dezember vergangenen Jahres nicht telefonieren, surfen und fernsehen. Ein sogenannter Radius-Server, der für die Authentifizierung beim Zugang zum Internet erforderlich ist, war ausgefallen. Und weil die Telekom derzeit bundesweit ihre Kunden auf die All-IP-Technologie umstellt, bei der über Datenleitungen auch telefoniert wird, fiel das ebenfalls aus. In den vergangenen Monaten hat es wiederholt Probleme durch die Umstellung gegeben.

Im September fiel das o2-Netz von Telefonica teilweise wegen eines Stromausfalls in einem Rechenzentrum aus. Im August des gleichen Jahres war das Netz des Kabelanbieters Unitymedia gestört. „Totalausfall aller internetbasierten Dienste“ in Nordrhein-Westfalen erklärte das Unternehmen. Rund drei Stunden dauerte die Störung, von der knapp drei Millionen Kunden betroffen gewesen sein sollen. Grund auch hier „interner Systemfehler“.

Für die Nutzer haben die Unternehmen in den meisten Fällen zunächst einmal einen Tipp: Schalten Sie ihr Gerät aus- und wieder ein. Smartphone, Router, was auch gerade gestört ist. Grund dafür ist, dass es sich dann noch einmal neu ins Netz einwählt und Chancen hat, dass es das dann einen Weg findet, dies auch zu können.

Doch wenn das nicht klappt, bleibt den Kunden oftmals nur der Frust. Zwar hat der Bundesgerichtshof bereits 2013 entschieden, dass Internet-Nutzer grundsätzlich einen Anspruch auf Schadensersatz haben wenn der Anschluss ausfällt, weil es eine zentrale Bedeutung für die Lebensführung habe. (Az.: III ZR 98/12) Allerdings muss dafür der Anbieter auch tatsächlich Schuld an dem Ausfall sein und der Schadenersatz wird in den meisten Fällen vergleichsweise klein sein. Laut dem Urteil richtet sich dessen Höhe an den Kosten für den Anschluss, die er im Zeitraum der Störung kostet. Vergleichsweise wenig Geld für den Aufwand sich zu beschweren.

Dabei könnten solche Störungen in Zukunft nur noch nerviger werden. Die Unternehmen bemühen sich, den Kunden alles aus einer Hand anzubieten: Festnetz, Internet, TV und Mobilfunk. Die ersten drei Angebote laufen bereits über Datenleitungen – wenn da etwas technisch wackelt, ist alles weg. Aber auch der Mobilfunk hängt in Teilen am Festnetz, wie etwa bei den Basisstationen oder den Servern, wie jetzt bei Vodafone.

Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte. Sie erreichen sie unter: karabasz@handelsblatt.com
Ina Karabasz
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen & Märkte
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