Von KPN-Stifung blockiert
Carlos Slim denkt an Rückzug

Der Milliardär Carlos Slim will mit seinem mexikanischen Telekomanbieter America Movil den niederländischen Konkurrenten KPN schlucken. Doch eine Stiftung blockiert die Übernahme - nun erwägt der Milliardär den Rückzug.
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AmsterdamEine unabhängige Stiftung blockiert die geplante milliardenschwere Übernahme des niederländischen Telekomanbieters KPN durch den mexikanischen Konkurrenten America Movil. Die Stiftung teilte am Donnerstagabend mit, Optionen zum Kauf von KPN-Vorzugsaktien ausgeübt zu haben. Damit besitze die Stiftung fast 50 Prozent der Stimmrechte.

Die Stiftung habe auf diese Weise eingegriffen, um die Interessen von KPN und seiner Aktionäre zu schützen. America Movil habe sich vor der Offerte nicht mit KPN beraten, begründete sie den Schritt. In den Niederlanden ist es möglich, dass Stiftungen feindliche Übernahmen blockieren. America Movil und die KPN-Aktionäre können den Schritt vor Gericht anfechten.

América Móvil wies diese Darstellung zurück. Noch diese Woche habe es mit KPN "substanzielle Verhandlungen" gegeben. Der Konzern erklärte, sollte die Stiftung ihre aktuelle Haltung beibehalten und das Angebot zu verhindern suchen, werde er sein Angebot zurückziehen. Zugleich betonte der Konzern, als "langfristiger Investor" sei er überzeugt, KPN bei Investitionen in die Infrastruktur "zum Nutzen der Kunden, Mitarbeiter und Anteilseigner" helfen zu können.

Der mexikanische Telekomanbieter des Milliardärs Carlos Slim will KPN vollständig übernehmen. Slims Firma hält derzeit einen Anteil von fast 30 Prozent an KPN und hatte kürzlich angekündigt, die E-Plus-Mutter für gut sieben Milliarden Euro ganz kaufen zu wollen.

Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es herrsche Unsicherheit über die Absichten von Slims Unternehmen, argumentierte sie.

Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen. Die Tochter des spanischen Telefonica -Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen.

Inzwischen erwägt Carlos Slim angesichts des Widerstands der KPN-Stiftung den Rücktritt von der Übernahmeofferte. Sollte die Stiftung bei ihrer Blockade bleiben, sei man darauf vorbereitet, das Angebot über 7,2 Milliarden Euro wieder vom Tisch zu nehmen, teilte der zu Slims Imperium gehörende Telekomkonzern America Movil am Freitag mit. Slim ist laut Forbes der reichste Mann der Welt. Das nächste Treffen sei für heute (Freitag) angesetzt. Insgesamt sei America Movil weiterhin daran interessiert, den Kauf voranzutreiben. Die KPN-Aktien brach daraufhin um fünf Prozent ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Von KPN-Stifung blockiert: Carlos Slim denkt an Rückzug"

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  • Herr Slim hat sich eine ziemlich blutige Nase in Europa geholt. Geschieht im Recht. Das kommt davon, wenn man keine durchdachte Strategie in der Tasche hat. Alles war doch nur halbherzig investiert und nebulös. So kann man keine Shareholder überzeugen. Der Mann sollte in Rente gehen. Der Zenit seines Erfolges ist überschritten. Großer Gewinner ist sein Erzrivale Telefonica.

  • Das Kartellamt sollte jede weitere Zusammenlegung verbieten. Die EU sollte schleunigst das Eindringen von Telefonriesen verbieten und die europäischen Unternehmen nochmal splitten, wenn sie zu groß sind! Hier sollte schnellstens Eingegrifen werden um überhaupt wieder einen Markt zu ermöglichen.

  • gut gemacht stiftungsräte :-)

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