Von Pierer ordnete «Tribunal» angeblich an
Siemens-Chef soll für Schumachers Sturz gesorgt haben

Die Entlassung des Infineon-Chefs Schumacher hat dieser einem Bericht zufolge Siemens-Chef von Pierer zu verdanken. Dieser habe nur auf eine Gelegenheit gewartet, um den «Egomanen» loszuwerden.

HB BERLIN. Hinter dem Sturz des bisherigen Infineon-Chefs Ulrich Schumacher steckt angeblich der Vorstandsvorsitzende des Siemens-Konzerns, Heinrich von Pierer. Wie die Zeitung «Welt am Sonntag» vorab berichtete, erfolgte Schumachers Entmachtung auf direkte Intervention von Pierers.

Die Zeitung zitierte einen Siemens-Manager mit den Worten, von Pierer halte Schumacher für einen Egomanen. Der Siemens-Chef habe «schon seit langem auf eine Gelegenheit gewartet, ihn loszuwerden». Schumacher sei von Pierer schon lange ein Dorn im Auge gewesen, schreibt das Blatt.

In dieser Woche habe von Pierer dann die Gelegenheit genutzt und das «Tribunal» angeordnet – obgleich Siemens inzwischen mit seinem Vorstand Klaus Wucherer nur noch mit einem Mann im Infineon-Aufsichtsrat vertreten sei. Von Pierer hatte die Beteiligung seines Konzerns an Infineon etappenweise heruntergefahren. Siemens hält noch etwa 18 Prozent an Infineon.

Am Donnerstagnachmittag hatte Infineon überraschend mitgeteilt, dass Schumacher sein Amt an der Spitze des Halbleiterherstellers mit sofortiger Wirkung niedergelegt habe. Gründe für den Schritt nannte das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht.

Die IG Metall hatte mitgeteilt, am Donnerstag sei es bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Aufsichtsrates zu einer «Generalabrechnung über die Strategie» von Infineon gekommen sei. Ein wesentlicher Punkt sei der «von vielen als selbstherrlich kritisierte Führungsstil Schumachers» gewesen.

Offenbar brachte Schumacher nicht nur Infineon-Beschäftigte und Gewerkschaften gegen sich auf, sondern zerstritt sich auch mit dem eigenen Vorstand. Daraufhin wandten sich nach Darstellung der «Welt am Sonntag» Vorstandsmitglieder an den Aufsichtsrat. So habe «die Palastrevolution» ihren Lauf genommen.

Vor Monaten sei ein Sturz Schumachers «noch undenkbar» gewesen, so die Zeitung. Schumacher - bei der Ausgründung der ehemaligen Siemens-Halbleitersparte von Siemens-Chef von Pierer «handverlesen» zum Infineon-Chef erkoren - habe «fest im Sattel» erschienen.

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