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Vor Börsenstart: O2 darf auf 1,45 Milliarden hoffen

Insider haben erste Zahlen für mögliche Aktienerlöse der Telefónica-Tochter genannt. Noch am Abend soll der endgültige Zuteilungspreis feststehen. Auch davon hängt ab, ob der Börsenstart am Dienstag ein Erfolg wird.

Am Dienstag entscheidet sich, ob im O2-Firmensitz in München die Korken knallen. Quelle: dpa
Am Dienstag entscheidet sich, ob im O2-Firmensitz in München die Korken knallen. Quelle: dpa

FrankfurtDer spanische Telefonriese Telefonica kann Finanzkreisen zufolge mit einem Erlös von 1,45 Milliarden Euro aus dem Börsengang seiner Deutschland-Tochter O2 rechnen. Die Aktien der Telefonica Deutschland Holding, die unter der Marke O2 das kleinste der vier deutschen Mobilfunknetze betreibt, werden zu 5,60 Euro ausgegeben, wie zwei mit dem Prozess vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Auf diesen Preis hätten sich die beteiligten Banken mit Telefonica verständigt.

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Telefonica-Deutschland-Chef Rene Schuster kann damit am Dienstag auf dem Frankfurter Parkett den größten Börsengang in Deutschland seit mehr als fünf Jahren feiern. Damals hatte der Motorenhersteller Tognum gut zwei Milliarden Euro erlöst. O2 ist zugleich der größte Börsengang in Europa, seit die spanische Krisenbank Bankia im Juli 2011 ihr Debüt in Madrid gefeiert hatte.

Die letzte Preisindikation von 5,50 bis 5,60 Euro hatte eher am unteren Rand der ursprünglichen Angebotsspanne gelegen, die von 5,25 bis 6,50 Euro reichte. Den Börsengang begleiten federführend JPMorgan und UBS.

Telefonica begnügt sich nun mit 77 Prozent an der deutschen Tochter, 23 Prozent der Aktien sind dann im Streubesitz. Die Spanier wollen mit dem Erlös ihre mehr als 57 Milliarden Euro schwere Schuldenlast abbauen. Der Erlös fließt deshalb komplett nach Spanien, O2 muss die geplante Aufrüstung auf den neuen Mobilfunkstandard LTE aus eigener Kraft finanzieren.

Gelockt wurden die Aktionäre vor allem mit einer hohen Dividende von 500 Millionen Euro, die 2013 ausgeschüttet werden und in den Folgejahren noch steigen soll. Den Löwenanteil davon kassiert allerdings die spanische Muttergesellschaft, die ihren Anteilseignern die Dividende für das laufende Jahr gestrichen hat. Die Deutschland-Tochter profitiert noch auf Jahre hinaus von Verlustvorträgen von elf Milliarden Euro, weswegen sie hierzulande kaum Steuern zahlen muss.

Telekombranche

Die Nachfrage für die O2-Aktien kam Bankern zufolge vor allem aus dem Ausland. Deutsche Investoren hätten sich eher zurückgehalten. Kepler-Analyst Javier Borrachero sagte, einige würden wegen der Dividende Aktien der spanischen Mutter in O2-Aktien umschichten. Weil O2 nur in Deutschland vertreten ist, das in der Euro-Schuldenkrise als sicherer Hafen gilt, könnte das Papier in den Augen der Anleger auch im Vorteil gegenüber anderen multinationalen Telekom-Konzernen sein.

Fondsmanager Andreas Mark von Union Investment sagte: "Kritisch zu sehen ist das schwache Festnetzgeschäft von O2 und die hohe Abhängigkeit vom Großaktionär Telefonica." Doch dieser werde so schnell keine weiteren Aktien auf den Markt werfen. "O2 ist eines der besten Assets in deren Portfolio. Und wenn sich der deutsche Mobilfunkmarkt doch irgendwann konsolidert, würden sie bei einem zu frühen Ausstieg viele Chancen vergeben."

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