Vor dem Bieterverfahren
Telekom prüft Gebote für Funktürme

Die Deutsche Telekom startet Anfang Oktober das Auktionsverfahren für den Verkauf ihrer Funktürme und Sendemasten. Dies berichten Branchen- und Finanzkreise. Bereits im Vorfeld gab es offenbar drei Interessenten – - den französischen Sendenetzbetreiber TDF, die australische Investmentbank Macquarie und ein weiterer Investor aus der Private Equity Szene.

DÜSSELDORF. Zwei der drei Rivalen wollen die Türme vor Beginn des Bieterverfahrens kaufen, können sich aber offenbar nicht mit der Telekom auf den Preis einigen. Der Bonner Konzern wollte dazu nicht Stellung nehmen. In Unternehmenskreisen hieß es, man rechne nicht mit dem Verkauf innerhalb der kommenden vier Wochen.

Die Funktürme, zu denen etwa der Fernsehturm auf dem Berliner Alexanderplatz gehört, sind Teil eines Pakets von geplanten Verkäufen. Telekom-Chef René Obermann will sich ganz auf das Kerngeschäft konzentrieren und Randbereiche veräußern. Neben den Funktürmen gehören dazu auch die Rundfunksparte Media & Broadcast sowie Immobilien samt Verwaltungseinheit. Bereits veräußert hat der Konzern den französischen Breitbandanbieter Club Internet sowie die spanische Internet-Tochter Yacom. Die beiden Verkäufe brachten einen Erlös von 1,2 Mrd. Euro ein. Insgesamt will die Telekom mit ihren Veräußerungen mindestens drei Mrd. Euro erzielen.

In Finanzkreisen heißt es, man rechne nach Eröffnen des Bieterverfahrens für die Funktürme mit weiteren Interessenten. Veräußert werden mit den Funktürmen auch Sendemasten etwa für Mobilfunkantennen, wie sie neben Autobahnen oder auf dem Land zu finden sind. Die Antennen auf Privat- oder Bürogebäuden dagegen, will die Telekom nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld behalten.

Der Preis für das Paket aus Türmen und Masten dürfte über dem bisher genannten Richtwert von einer Mrd. Euro liegen, heißt es in der Kapitalmarktgemeinde. Die Privatbank Sal. Oppenheim geht sogar davon aus, dass die Telekom je nach Struktur der Verträge bis zu zwei Mrd. Euro erzielen kann. Die Sendeanlagen sind für Investoren von Interesse, weil sie stetige Mittelzuflüsse garantieren. Ein Betreiber kann den Platz darauf an Rundfunknetzbetreiber oder Mobilfunker vermieten.

Experten gehen davon aus, dass ein neutraler Eigentümer die Standorte leichter an mehrere, miteinander konkurrierende Unternehmen vermieten kann als die Telekom das vermochte. Ein Käufer müsste also die Einrichtungen besser auslasten können als der ehemalige Monopolist. Derzeit teilt sich der Bonner Konzern zwar bereits jeden zweiten Turm und Mast mit Rivalen oder Sendern. In anderen Ländern ist die Quote des so genannten Network Sharing aber höher.

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