
DüsseldorfDie Kabelnetzbetreiber Unitymedia und KabelBW gehen mit Rekordergebnissen in eine gemeinsame Zukunft. Beide Unternehmen hatten laut eigenen Angaben 2011 Höchstmarken beim Kundenwachstum verzeichnet: Im vergangenen Jahr seien 737.000 neue Abonnenten für ihre Angebote in den Bereichen Internet, Telefonie und Kabel-Fernsehen hinzugekommen. Insgesamt belaufe sich die Kundenzahl auf 6,9 Millionen, 10,4 Millionen Dienste seien abonniert. Der gemeinsame Umsatz ist laut der Kabel-Anbieter um zehn Prozent auf über 1,6 Milliarden Euro gestiegen. 2012 solle ein „dynamisches Kundenwachstum“ erzielt werden, sagte Unitymedia-Chef Lutz Schüler, der das künftige Gemeinschaftsunternehmen leiten soll.
Der neue Kabel-Gigant war im vergangenen Jahr nach langem Ringen durch das Bundeskartellamt unter Auflagen genehmigt worden. Die Konkurrenten Deutsche Telekom und NetCologne wollen die Entscheidung aber nicht hinnehmen und haben nach Angaben des Oberlandesgerichts Düsseldorf Beschwerde gegen die Entscheidung der Wettbewerbshüter eingereicht. Einen Termin für die Verhandlung gebe es aber noch nicht, sagte eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstag.
Die Wettbewerber hätten bis zum 20. April Zeit, ihre Beschwerde zu begründen. Durch die 3,2 Milliarden Euro schwere Kabelfusion entsteht auf dem deutschen Kabelmarkt de facto ein Duopol: einerseits die Liberty-Global-Töchter Unitymedia und Kabel BW, die Nordrhein-Westfallen, Hessen und Baden-Württemberg mit Fernsehen versorgen - andererseits der in den restlichen 13 Bundesländern aktive Branchenprimus Kabel Deutschland mit 8,8 Millionen Kunden.