Vor Fusion mit Alcatel-Lucent
Nokia schreibt schwarze Zahlen

Nokia spürt wieder Boden unter den Füßen. Vor der Fusion mit Alcatel-Lucent präsentiert der Netzwerkausrüster schwarze Zahlen. Die Lage bleibt jedoch angespannt. Kopfzerbrechen bereitet die operative Gewinnmarge.
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HelsinkiDer finnische Mobilfunkausrüster Nokia hat mitten im Übernahmepoker um seinen französischen Rivalen Alcatel-Lucent mit einem schwachen Jahresauftakt überrascht. Wie der Konzern am Donnerstag in Helsinki mitteilte, brach der operative Gewinn im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 61 Prozent auf 85 Millionen Euro ein.

Als Gründe nannte Nokia-Chef Rajeev Suri niedrigere Software-Umsätze, höhere Entwicklungsausgaben, aber auch den Konkurrenzdruck vor allem in China. Er sieht durch die Zahlen seine Strategie bestätigt, den einstigen Mobilfunkpionier mit der Alcatel-Übernahme fitter zu machen für den Wettbewerb mit dem schwedischen Erzrivalen Ericsson.

Bei Anlegern sorgten die Zahlen für Enttäuschung. Zeitweise brachen die Aktien um 13,3 Prozent auf 5,87 Euro ein. Am Mittag lagen die Papiere noch rund acht Prozent im Minus. Analysten hatten im Schnitt mit einem Kernbetriebsgewinn von 226 Millionen Euro gerechnet. „Das Netzwerkgeschäft lief in den vergangenen zwei Jahren gut, deshalb ist der Einbruch eine Überraschung“, sagte Analyst Mikael Rautanen von Inderes Equity Research: „Die Frage ist, ob das ein Wendepunkt hin zum Schlechteren ist.“

Suri sagte, zurzeit sei der Investitionsaufwand für Nokia eine Herausforderung: "Außerdem bekommen wir überall etwas mehr Konkurrenz zu spüren." Im Gesamtjahr erwartet der Konzern eine Umsatzrendite zwischen acht und elf Prozent. In einer Reuters-Umfrage hatten Analysten mit elf Prozent gerechnet. Beim Umsatz übertraf Nokia die Markterwartung mit 3,2 Milliarden Euro.

Neben Ericsson konkurriert Nokia im Netzwerkgeschäft vor allem mit dem chinesischen Billig-Anbieter Huawei. Mit der Übernahme von Alcatel-Lucent will Nokia bis 2019 seine Kosten um 900 Millionen Euro senken. Auf dem Tisch liegt ein Angebot von 15,6 Milliarden Euro in Aktien. "Wir haben in den letzten Wochen mit vielen Investoren gesprochen und es gab ein sehr starkes, gutes Feedback", sagte Suri. Allerdings lehnt der "Financial Times" zufolge der zweitgrößte Alcatel-Aktionär, Odey Asset Management, die Nokia-Offerte bisher als zu niedrig ab.

Mit einem schwächelnden Geschäft kämpft auch Marktführer Ericsson. Die Schweden hatten für das erste Quartal einen Gewinneinbruch um fast ein Fünftel auf 225 Millionen Euro gemeldet. Kurzfristig sei keine Besserung in Sicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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