Vor möglichem Börsengang
Tele Columbus geht auf Einkaufstour

Tele Columbus bereitet sich offenbar auf einen Gang an die Börse vor, doch vorher geht der Kabelnetzbetreiber einkaufen. Auf der Liste steht der Rivale BMB. Von der Übernahme erhofft sich das Unternehmen Einsparungen.
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FrankfurtDer Kabelnetzbetreiber Tele Columbus baut vor einem möglichen Börsengang seine Geschäfte mit dem Kauf des kleineren Rivalen BMB aus dem Ruhrgebiet aus. Tele Columbus übernimmt nach Angaben vom Montag die restlichen Anteile an BMB von der Wohnungsbaugesellschaft Vivawest. Bislang hielten beide jeweils 50 Prozent an den Gemeinschaftsunternehmen. Angaben zum Kaufpreis oder zur Finanzierung des Deals macht ein Tele-Columbus-Sprecher nicht. Von der Übernahme erhofft sich der Kabelanbieter Einsparungen etwa beim Marketing.

BMB versorgt 220.000 Haushalte im Ruhrgebiet mit Kabelfernsehen, Telefon und Internet. Tele Columbus ist mit 1,7 Millionen Kunden vor allem in Ostdeutschland nach Marktführer Kabel Deutschland und Unitymedia der drittgrößte Betreiber hierzulande. Kürzlich schluckte Tele Columbus bereits einen kleinen Konkurrenten aus Mönchengladbach mit 13.000 Haushalten. Vivawest gehört der RAG-Stiftung, der Gewerkschaft IG BCE und dem Pensionsfonds des Chemiekonzerns Evonik.

Tele Columbus bereitet sich auf einen Gang an die Börse vor – entschieden ist aber noch nichts. Jüngster Schritt war die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im Sommer erfahren, dass Tele Columbus bereits Investmentbanker angeheuert hat, die das Unternehmen an die Börse begleiten sollen – möglichst noch bis Ende des Jahres. Alternativ kommt der Verkauf an einen strategischen Investor in Frage: Die Deutsche Telekom hat Interesse bekundet.

Für die Eigentümer ist es der zweite Versuch, sich von dem Unternehmen zu trennen. Ein Verkauf an den deutschen Marktführer Kabel Deutschland für gut 600 Millionen Euro war am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Tele Columbus gehört seit 2009 seinen ehemaligen Gläubigern, darunter mehreren Hedgefonds. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Kabelnetzbetreiber mit 1,7 Millionen Kunden einen Umsatz von 224 (2012: 223) Millionen Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 89,7 (87,3) Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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