Vorbild kommt aus England: Dschungel-Camp lässt Kasse klingeln

Vorbild kommt aus England
Dschungel-Camp lässt Kasse klingeln

Die RTL-Gruppe hat es in den letzten Jahren immer wieder geschafft mit erfolgreichen Formaten die Erwartungen zu übertreffen: Nach "Deutschland sucht den Superstar" scheint sich mit der Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ein weiterer Quotenrenner anzubahnen. Die Nachfrage nach Werbeplätzen steigt.

HB DÜSSELDORF. Fast 7,2 Millionen Zuschauer verfolgten am Dienstagabend ab 22.15 Uhr die inszenierten Abenteuer von deutschen Prominenten im australischen Dschungel (Marktanteil: 33,3 Prozent). Die Konkurrenzsendungen litten deutlich darunter. In der so genannten werberelevanten Zielgruppe der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil schon am Sonntag knapp 40 Prozent, am Montag stieg der Anteil sogar auf den seltenen Wert von 48,9 Prozent. „Wir haben mit aufbauenden Quoten gerechnet“, sagt RTL-Sprecher Christoph Körfer. „Aber dass gleich zu Beginn die Marktanteile so hoch sind, erfreut uns besonders.“ Offenbar bahnt sich mit der Show, bei der zehn Prominente zwölf Tage im Urwald verbringen, ein Aufschwung an, der mit der ersten „Superstar“-Staffel vergleichbar ist.

Während mehrere Verbände, Organisationen und Wissenschaftler aufs Heftigste die aus ihrer Sicht unwürdige Behandlung von Mensch und Tier kritisieren, freuen sich die verantwortlichen Werbevermarkter von IP Deutschland über den Erfolg. Die Nachfrage der Werbekunden steigt nach Auskunft des Vermarkters in diesen Tagen merkbar. Doch zumindest zum jetzigen Zeitpunkt wollen Sender und Vermarkter kein zusätzliches Kapital daraus schlagen. Preiserhöhungen seien derzeit nicht geplant, sagt Petra Keller von IP Deutschland.

Dass sich dies bei weiteren Erfolgen des Formats ändern könnte, ist freilich nicht ausgeschlossen. Werden die Quotenerwartungen deutlich übertroffen, dann könne es schon einmal zu Preiserhöhungen kommen, auch bei laufenden Formaten, erklärt Keller. Allerdings gelte dies eher für länger laufende Programme mit mehreren Staffeln, wie etwa "Deutschland sucht den Superstar". Ein 30-Sekunden-Spot kostet derzeit 34 500 Euro. Ob werbetreibende Unternehmen aus den Erwägungen heraus, ihr Image könnte angesichts öffentlicher Kritik an dem Format geschädigt werden, auf eine Einbuchung bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier aus!“ verzichtet haben, ist nicht bekannt.

Die höchsten Werbepreise werden allerdings bei Übertragungen der Formel 1 erreicht - rund das Vierfache. Der Gesetzgeber erlaubt den Privatsendern, bis zu 20 Prozent jeder Stunde für Werbung zu nutzen, also maximal 12 Minuten während der einstündigen Laufzeit der Dschungel-Show: Täglich könnte RTL demnach maximal 840 000 Euro während der Show an Werbung verdienen.

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