Vorstand gibt noch keine Prognose für 2005 – Dividende wird gesenkt
Für Medion fängt das neue Jahr mit schweren Umsatzverlusten an

Die Medion AG wagt keine Prognose für das Gesamtjahr 2005. Das erste Quartal sei allerdings bereits schlechter gelaufen als das Vorjahresquartal. Der Umsatz soll gut 19 Prozent unter dem Vorjahr liegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

pos DÜSSELDORF. Die Medion AG wagt keine Prognose für das Gesamtjahr 2005. „Dafür ist es noch zu früh“, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Brachmann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Das erste Quartal sei allerdings bereits schlechter gelaufen als das Vorjahresquartal. Die Aktie des Anbieters von Unterhaltungselektronik lag im Nachmittagshandel rund 0,5 Prozent unter dem Vortagesschluss. Für das erste Quartal werde wahrscheinlich ein Umsatz ausgewiesen, der gut 19 Prozent unter dem Vorjahr liegen werde. Das Ergebnis soll sogar überproportional fallen.

Das Bankhaus MM Warburg bestätigte in einer ersten Reaktion seine Verkaufsempfehlung für die Aktie des Essener Unternehmens. Der Umsatzrückgang, heißt es, sei stärker als erwartet. MM Warburg hatte dabei schon mit einem Minus von zwölf Prozent gerechnet. Bereits 2004 ging es für Medion bergab. Die Umsätze sanken nach Angaben des Vorstands um gut zehn Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss brach um fast fünfzig Prozent auf 50,7 Mill. Euro ein.

Grund für den Rückgang beim Umsatz sei eine schwache Nachfrage in Deutschland gewesen, aber auch der Kursverfall des Dollars und der Preisverfall bei Konsumelektronik. Währungsverluste und Preisverfall hatten zuvor auch namhafte asiatische Anbieter für sinkende Umsätze angeführt.

Den überproportionalen Ergebnisrückgang begründete Medion aber auch mit hausgemachten Faktoren wie höheren Logistikkosten, verursacht durch kurzfristige Bestellungen und höhere Nachfrage. Um gute Kunden in dieser schwierigen Situation nicht zu verprellen, wurden etwa im Weihnachtsgeschäft höhere Kosten, etwa durch Luftfracht, in Kauf genommen.

Das Geschäftsmodell insgesamt habe sich aber bewährt, erklärte Finanzvorstand Christian Eigen. Die Dividende falle mit 0,55 Euro (nach 0,70 Euro) je Aktie besser aus als die Erträge es erwarten ließen.. „Das ist ein Zeichen, dafür dass wir an die Ertragsstärke von Medion glauben“, sagte Eigen in Richtung der enttäuschten Investoren an der Börse.

Zusätzliche Vertriebskanäle und eine Forcierung des europäischen Auslandsgeschäfts sollen die Wende bringen. „Der Marktanteil in Deutschland liegt bei neun Prozent – wir sollten in den übrigen europäischen Ländern bis zu 50 Prozent davon erzielen können“, meint Brachmann. Wie lange das dauern werde, sei aber nicht abschätzen.

Die USA bleiben ein Sorgenkind. Der Markt sei anders, als Medion eingeschätzt habe, räumt der Vorstand ein: So achteten US-Amerikaner weniger auf Details und orientierten sich weniger an Tests als deutsche Kunden.

Medion wolle das US-Engagement aber zunächst durchhalten. Es gebe zwei Möglichkeiten: Eine strategische Partnerschaft mit einem großen Handelsunternehmen oder den Vertrieb über zusätzliche alternative Absatzkanäle. 2004 war der Absatz in Nordamerika auf 46,4 Mill. Dollar nach 56,6 Mill. Dollar im Vorjahr gefallen.

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