Vorstandschef geht
Leica will frisches Kapital

Der angeschlagene Kamerahersteller Leica will sich zum finanziellen Überleben frisches Kapital besorgen. Vorstandschef Ralf Coenen hat unterdessen sein Amt aufgegeben.

HB FRANKFURT. Das Management schlage den Aktionären der Hauptversammlung vor, das Kapital um zehn Mill. € auf 1,5 Mill. € herabzusetzen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Dabei sollen jeweils drei Stückaktien zu einer zusammengelegt werden. Die Kapitalrücklage von 4,2 Mill. € werde dazu aufgelöst. Danach solle das Grundkapital durch die Ausgabe neuer Aktien auf bis zu 15 Mill. € erhöht werden.

Der 43-jährige Unternehmenschef Coenen werde „einvernehmlich“ aus dem Vorstand ausscheiden, hieß es zudem. Zum Interimschef sei Josef Spichtig (61) berufen worden.

Bei der geplanten Kapitalerhöhung sollten bis zu 13,5 Mill. neue Aktien zu 1,70 € je Stück ausgegeben werden. Die neuen Papieren sollten den Aktionären im Verhältnis 1:9 zum Bezug angeboten werden. Darüber hinaus solle auch genehmigtes Kapital geschaffen werden. Die Aktie von Leica Camera war kurz vor der Mitteilung vom Handel ausgesetzt worden.

Leica Camera hatte im Geschäftsjahr 2004/2005 einen höheren operativen Verlust gemacht als erwartet. Leica hatte Mitte Februar bereits angekündigt, für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals auszuweisen und daher eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, die Kapitalmaßnahmen beschließen soll. Wenige Tage später gab das Unternehmen bekannt, die Banken hätten ihre Kreditlinien gekürzt, der Liquiditätsbedarf sei aber gedeckt.

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